Karies plagte Menschen bereits vor 15.000 Jahren

7. Jänner 2014, 17:51
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"Falsche" Ernährung führte in der Steinzeit zu Zahnfäule

Der Anblick sieht auch 15.000 Jahre später nicht sehr schön aus: Die 52 untersuchten Gebisse aus der Steinzeit weisen eindeutige Spuren von Karies auf, das eigentlich als typische Zivilisationskrankheit gilt.

Zahnfäule entsteht nämlich, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: Zuckerkonsum, der zu Zahnbelag führt, sowie die Bakterien Streptococcus mutans, die sich von den Kohlenhydraten des Zahnbelags ernähren. So entstehen Säuren, die den Zahnschmelz auflösen - und ein Loch entsteht.

Gemeinhin sind die erhaltenen Zähne von Steinzeitmenschen kariesfrei. Wie also kam es, dass ausgerechnet Menschen im Osten des heutigen Marokko, die der in Nordafrika beheimateten Kultur des sogenannten Ibéromaurusien angehörten, bereits vor rund 15.000 Jahren mit Zahnfäule zu kämpfen hatten?

Eicheln und Pinienkerne

Ein Team um Louise Humphrey vom Natural History Museum in London, das die Gebisse untersucht hatte, fand die Lösung des Rätsels: Die Menschen in Nordafrika hatten sich vor allem von Eicheln und Pinienkernen ernährt, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Diese Nahrung enthält besonders viele Kohlenhydrate und sorgt für jene Beläge auf den Zähnen, die in der Folge zu Karies führen.

Ein weiterer Grund für die überraschend kaputten Zähne - 51 Prozent der Zähne hatten Löcher; nur drei von 52 Erwachsenen wiesen keine Anzeichen für Karies auf - war auch der häufige Konsum von Schnecken: Deren Schleifpartikel haben dazu beigetragen, dass die Zähne abgenutzt wurden. In den Kratzern im Zahnschmelz konnte Karies besonders gut entstehen. (tasch, dpa,DER STANDARD, 8.1.2014)

  • Zu spät für den Zahnarzt: 15.000 Jahre alte Karies.
    foto: isabelle de groote

    Zu spät für den Zahnarzt: 15.000 Jahre alte Karies.

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