Neun Rieslinge als Winzer-Experiment

Kolumne14. Jänner 2014, 17:15
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Drei Winzer aus Österreich und Deutschland tauschten Trauben aus ihren besten Lagen: Mit dem Ergebnis lässt sich wunderbar Terroir spielen

Wenn im Wein auf Herkünften und Grenzen herumgeritten wird, ist das grundsätzlich sinnvoll. Man legt fest, welche Trauben woher kommend wo verarbeitet werden, um dann unter bestimmte Bezeichnungen zu fallen. Grenzen werden oft ausgedehnt, um bestimmten Tropfen durch Beigaben aus anderen Ecken farblich, geschmacklich oder auch mengenmäßig auf die Sprünge zu helfen. Bei hochwertigem Wein ist das ein No-Go, dreht es sich dabei doch um Typizität und Einzigartigkeit in Verbindung mit einem Ort - um Terroir eben.

Traubentausch

Um die Frage auszuloten, wie viel Winzer und Herstellungsort zum Terroir beitragen, haben sich Alwin und Stefanie Jurtschitsch aus Langenlois, Johannes Hasselbach von Gunderloch aus Rheinhessen und Maximilian von Kunov vom Weingut Von Hövel an der Saar zusammengetan und Trauben aus ihrer jeweils besten Lage an die anderen geschickt. Vinifiziert wurde möglichst ähnlich: im Stahltank, spontanvergoren, ohne große Eingriffe.

Die deutschen Experimente kommen von Schieferböden unterschiedlichen Typs, der Österreicher von Buntsandstein. Das Ergebnis ist eine Serie von neun Rieslingen, mit denen man nicht nur an Winterabenden wunderbar Terroir spielen kann: sich durchraten, was woher ist und woran man das jezt herausschmeckt. Macht großen Spaß! (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 10.1.2014)

  • Die Wurzelwerk-Winzer mit ihren Rieslingen.
 

    Die Wurzelwerk-Winzer mit ihren Rieslingen.

     

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