Nützlich, trendig und obskur: Neues von der CES

Ansichtssache10. Jänner 2014, 14:15
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Auch heuer pilgern Tech-Begeisterte aus der ganzen Welt nach Las Vegas. Denn die Glücksspielmetropole in der Wüste von Nevada ist seit Jahrzehnten Schauplatz einer der wichtigsten Technikmessen weltweit. Die Consumer Electronic Show präsentiert die Trends des kommenden Jahres. Der WebStandard hat eine kleine Auswahl der neuen, innovativen oder wunderlichen Produkte zusammengestellt.

foto: sense

Mama weiß alles

Je nach Sichtweise sehr nützlich oder ziemlich beängstigend ist Mother von Sense. Das Gadget, das ein wenig an russische Matrioschka-Holzpuppen erinnert, dient zur Sammlung von Daten über den eigenen Alltag. Deren Sammlung kann aber gut und gerne auch als extensive Selbstüberwachung eingestuft werden. Wer wissen möchte, wieviel Kaffee noch in der Kanne ist, wann das Kind aus der Schule heimkommt, ob die Blumen mal wieder gegossen werden sollten, man genug Bewegung macht oder das Raumklima im Schlafzimmer passt, kann an beliebigen Gegenständen kleine Sensoren namens "Cookies" befestigen. Mit etwas Einstellungsarbeit übermitteln diese ihre Erkenntnisse an Mother, welche diese schließlich hübsch aufbereitet über eine App ausliefert.

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foto: trewgrip.com

Mobil drauf los tippen

Einen etwas obskuren Eindruck hinterlässt Trewgrip. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein sehr übertriebenes Gaming-Keyboard ist allerdings zum mobilen Tippen gedacht. auf der Vorderseite wird das eigene Smartphone befestigt, in die Tasten haut man auf der Rückseite. Die Anbindung geschieht mittels Bluetooth. Auch als herkömmliche Tastatur soll das Gerät eine gute Figur machen. Erfinder Robert Price konnte damit immerhin die Cincy Typing Challenge 2013 für sich entscheiden.

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foto: samsung

Neue Samsung-Tablets

Gleich zwei neue Reihen nimmt der koreanische Hersteller Samsung in sein Tablet-Sortiment auf: Galaxy NotePro und Galaxy TabPro. Ersteres kommt mit opulentem Formfaktor dank 12,2-Zoll-Display, welches dank Digitizer Handschrifteingabe mit dem S-Pen unterstützt. Die TabPro-Geräte gibt es auch in kleineren Ausgaben (10,1 und 8,4 Zoll). Sämtliche Modelle gibt es wahlweise mit oder ohne SIM-Slot für 3G- und LTE-Konnektivität, als Betriebssystem kommt wie gewohnt Android zum Einsatz. Die bisher verwendete TouchWiz-Oberfläche ersetzt Samsung mit Magazine UX, die ein optimiertes Bedienerlebnis auf größeren Displays verspricht. Der Marktstart soll innerhalb des ersten Quartals erfolgen.

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foto: ap

Krumme Dinger im TV-Geschäft

Standen riesige OLED-Bildschirme auf der CES 2013 im Zentrum der Fernsehwelt, lassen sich heuer gleich drei Trends ausmachen. Die TV-Geräte werden immer smarter und vernetzter. Nur noch wenige Geräte lassen sich nicht mit dem Internet verbinden oder kommen ohne Browser und Apps aus. Auch an der Auflösungsschraube wird gedreht, dank UltraHD (Auflösungen ab 3.840 x 2.160 Pixel) sollen Filme und Serien künftig noch schärfer über den Bildschirm flimmern. Zu guter Letzt sind auf der CES auch die ersten TVs mit gebogenen Displays zu sehen. Sie versprechen bessere Blickwinkel für Zuseher weit abseits der Sofamitte sowie eine Reduktion störender Spiegelungen.

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foto: intel

Winziger Rechenknecht

Beeindruckte 2013 die Raspberry Pi-Foundation mit einem kleinen PC im Scheckkarten-Format, setzt nun Chiphersteller Intel mit "Edison" eins drauf. Hinter dem Namen des mutmaßlichen Glühbirnen-Erfinders verbirgt sich im Format einer handelsüblichen SD-Karte (32,0 x 24,0 x 2,1 Millimeter) ebenfalls ein vollständiger Rechenknecht. Auf der winzigen Platine sitzen unter anderem ein Dualcore-Prozessor nebst WLAN- und Bluetooth-Modul. Das Gerät läuft mit Linux, das mitsamt Programmen über einen eigenen App-Store aktualisiert werden kann. Gesucht werden nun im Rahmen eines Wettbewerbs potenzielle Einsatzmöglichkeiten, bei Intel denkt man etwa an vernetzte Alltagsgegenstände. Anvisierter Marktstart: Jahresmitte.

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foto: reuters

In diesem futuristischen Gefährt präsentierte Pionieer seine "Networked Entertainment eXperience", einem neuartigen Stereo-System.

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foto: reuters

Smartwatches soweit das Auge reicht: Neben großen Konzernen und etablierten Smartwatch-Herstellern haben auch "kleinere" Unternehmen ihre Gadgets präsentiert. Hier ein Modell des Schweizer Herstellers MyKronoz.

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foto: reuters

Auch der chinesische Hersteller ZTE präsentierte seine "Blue Watch"

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foto: ap

Ein CES-Besucher probiert beim Stand von Sony eine Augmented Reality Brille aus

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foto: ap

Auch 3D-Druckerhersteller waren zahlreich vertreten. Hier sieht man einen 3D-Drucker von Robo3D beim Werken.

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foto: reuters

Lustiges Detail am Rande: T-Mobile-Chef John Legere hat sich während der CES bei einer Afterparty des Mobilfunkers AT&T reingeschlichen. Nachdem Fotos auf Twitter von ihm auftgetaucht sind, wurde er kurzerhand von Securites der Party verwiesen und rauseskortiert.

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foto: reuters

Auch Mini-Drohnen gab es im Einsatz zu sehen - hier eine der Kategorie "Parrot"

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foto: reuters

Sehr futuristisch wirkt auch diese Liquid Image Apex HD Kamera-Brille, mit der Videos und Fotos aufgenommen werden können. Wozu der Helm in dem Fall dienst, ist nicht ganz klar.

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foto: apa

Der "Future Robot", ein Service-Roboter, der nicht nur 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang einsatzfähig ist, sondern auch emotional mit seinem Besitzer interagieren kann.

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foto: reuters

Dieses Gerät verspricht dem Nutzer, aus der Ferne mit dem Haustier interagieren zu können. Damit können Fotos gemacht werden und Leckerlis auf Knopfdruck ausgespruckt werden.

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foto: apa

Christopher Lloyd, bekannt als Doc aus "Zurück in die Zukunft", kam mit einem Delorean bei der Technikmesse an und gab seine Gitarrenkünste zum Besten. Bei genauem Hinsehen ist auch zu erkennen, dass Lloyd Googles Datenbrille Google Glass auf hat. (red, derStandard.at, 10.1.2014)

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