Kupferdiebe legten Westbahnstrecke teilweise lahm

7. Jänner 2014, 15:17
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Nah- und Regionalverkehr zwischen Wien und St. Pölten betroffen - Schaden für die ÖBB zwischen zwei und 2,2 Millionen Euro

St. Pölten/Wien - Fast fünf Stunden war am Dienstag die Westbahnstrecke zwischen Hütteldorf und Tullnerbach-Pressbaum unterbrochen. Grund: Kupferdiebe haben wieder einmal Erdungskabel gestohlen.

ÖBB-Mitarbeiter hatten den Diebstahl am Vormittag entdeckt. Auf einer Länge von rund 250 Metern war das Kabel aus der Führung gerissen und abmontiert worden. Aus Sicherheitsgründen sei daraufhin der Betrieb eingestellt worden. "Sollte es einen elektrischen Defekt geben und die Erdungskabel fehlen, dann kann es richtig gefährlich werden", erklärte ÖBB-Sprecher Michael Braun. Den Schaden bezifferte er auf rund zwei Millionen Euro.

Ungefähr 50 Nahverkehrszüge waren von der Sperre betroffen. Passagiere mussten auf Busse umsteigen. Für Fernzüge von Wien gegen Westen, die auf der Neubaustrecke durch das Tullnerfeld unterwegs waren, gab es keinen Zwangsstopp. Am Nachmittag gab es auch auf der reparierten Westbahnstrecke wieder grünes Licht.

Altmetallhändler, die gestohlenes Kupfer erstehen, machen sich laut Innenministerium meistens nicht strafbar, da sie in der Regel ohne Vorsatz handeln. Den Straftatbestand "fahrlässige Hehlerei" habe es nur bis in die 1970er-Jahre gegeben. Durch Kupferdiebstahl entsteht in Österreich jährlich ein Schaden von acht Millionen Euro, nicht eingerechnet die Folgekosten wie eben ausgefallene Züge. (red, DER STANDARD, 7.1.2014)

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