Bullen-Verfolger sind in den Startlöchern

7. Jänner 2014, 15:47
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Austria reist ohne Okotie und Vrsic ins Trainingslager - Rapid mit altem Gesicht - Spekulationen um Zulechners Zukunft bei Grödig

Salzburgs Verfolgertrio Grödig, Rapid und Austria hat am Dienstag die Vorbereitung auf die Frühjahrsmeisterschaft aufgenommen. Bevor es auf den grünen Rasen ging, standen bei den Kickern der die Europacup-Ränge anvisierenden Clubs aber Leistungstests auf dem Programm. Neue Gesichter waren dabei Mangelware. Bei Meister Austria gab der Montagabend verpflichtete David de Paula sein Stelldichein.

Der Mittelfeldspieler reiste nach einer etwas komplizierten Rückreise aus seiner baskischen Heimat mit Trainer Nenad Bjelica aus Kärnten an. Während De Paula in der Austria-Akademie seine neuen Teamkollegen begrüßte, fehlte abseits der noch verletzten Alexander Grünwald und Alexander Gorgon (Reha in Deutschland) ein Gesicht: Rubin Okotie trainiert nach seinem Disput mit Bjelica ab sofort nur noch bei den Amateuren.

Der Angreifer darf sich ebenso einen neuen Club suchen wie der Slowene Dare Vrsic. Das Duo wird im Trainingscamp der Wiener in Belek (15. bis 24. Jänner) wohl fehlen. In der Türkei will Bjelica die Weichen für ein erfolgreiches neues Jahr stellen. "Von den Zeitpunkten her ist die Vorbereitung so aufgebaut, wie ich es mir gewünscht habe. Ich bin voll überzeugt, dass wir schon beim Derby eine verhältnismäßig gute Form haben werden", sagte der Kroate mit Blick auf den Frühjahrsstart gegen Rapid am 9. Februar.

Hosiners Vergangenheit

Ob Philipp Hosiner dann noch für Gefahr im Strafraum des Erzrivalen sorgt, bleibt unklar. Wie auch Innenverteidiger Kaja Rogulj - der Kroate soll bei Besiktas Istanbul hoch im Kurs stehen - hat Hosiner einen Wechsel nicht ausgeschlossen. Sein Berater Wolfgang Rebernig bestätigte am Dienstag erneut, dass die Chance auf einen Tapetenwechsel beim Torjäger bei 50:50 steht: "Alles ist offen, sowohl der Verbleib, als auch ein Wechsel."

Laut Rebernig habe es in den vergangenen Wochen einige Anfragen gegeben, konkreter Natur seien drei bis fünf. So soll auch ein Club aus der deutschen Bundesliga "dezitiert" Interesse am Burgenländer zeigen. Der erste Schritt ist natürlich, dass die Austria-Chefetage auf ein Angebot eingeht. Die Ablöse von zwei bis drei Millionen Euro soll den Violetten der Abgang des Torschützenkönigs versüßen.

"Dass Hosiner den Wunsch hat, international den nächsten Schritt zu machen, hat er bereits im Sommer kommuniziert. Aber er kann sich natürlich auch vorstellen, bei der Austria zu bleiben", stellte Rebernig klar. Der Berater bestätigte auch, dass der Hamburger SV Hosiner ins Auge gefasst hatte. Die Hanseaten seien jedoch nur an einem Transfer im kommenden Sommer interessiert gewesen.

Rapids Gegenwart

Weit weniger spekulativ gestaltete sich der Vorbereitungsauftakt bei Rapid. Beim Startschuss, den sportmedizinischen Tests auf der Schmelz, suchte man vergebens nach einer Überraschung. Die kommenden Wochen nicht mit dabei ist Außenverteidiger Stephan Palla, der sich beim Snowboarden das Schlüsselbein brach. Dominik Starkl und Marcel Sabitzer waren hingegen zum Einrückungstermin beim Bundesheer gestellt.

"Ich gehe von einer ruhigen Transferzeit aus. Wir werden vielleicht den einen oder anderen jungen Spieler verleihen, um ihm mehr Spielpraxis zu geben", meinte Trainer Zoran Barisic. Demnach wird auch der neue Sportdirektor Andreas Müller genug Zeit zur näheren Kontaktaufnahme finden. Der Deutsche landete Dienstagmittag in Wien und nahm danach seine Arbeit auf. Das Trainingslager in Side will er auch dazu nützen, die Spieler genauer kennenzulernen. Testspiel bis zum Abflug in die Türkei am 17. Jänner hat Rapid noch keines vereinbart.

Zulechners Zukunft

Der Überraschungszweite Grödig tätigte den Startschuss für die anstehenden 15 Runden im Frühjahr im Sportzentrum Rif, nach Laktattests war am Nachmittag die erste Einheit im Freien auf Kunstrasen angesetzt. Trainer Adi Hütter durfte dabei noch keinen Neuen begrüßen. Kommen soll jedoch Verstärkung in der Defensive, sowohl in der Innen-, als auch Außenverteidigung.

Thema ist jedoch auch in Grödig die Zukunft des besten Angreifers. Philipp Zulechner steht in den Notizbüchern einiger Vereine, in den vergangenen Tagen wurde beispielsweise das Interesse des SC Freiburg publik. "Er steht nicht nur auf unserer Liste. Als ich ihn beobachtet habe, waren auch einige andere Bundesligisten im Stadion", sagte Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach in der Montag-Ausgabe des "kicker".

In Anbetracht der hervorragenden Ausgangslage im Europacup-Rennen will Hütter Zulechner jedoch nur ungern ziehen lassen. Diesbezüglich ist sich der Coach des Aufsteigers mit Manager Christian Haas einig. Nach einem Gespräch am Montag stellte Haas klar, dass der zuletzt ins ÖFB-Team einberufene Stürmer nur bei einer unwiderstehlichen Transfersumme abgegeben wird. Diese soll bei rund 700.000 Euro liegen. (APA, 07.01.2013)

  • Wieder trainieren.
    foto: apa/jäger

    Wieder trainieren.

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