Chromebooks: Alles nur ein Hype oder der große Durchbruch?

7. Jänner 2014, 14:41
54 Postings

US-Verkäufe haben 2013 massiv angezogen - Alle großen Hersteller drängen mit neuen Modellen auf den Markt

Mit Chrome OS hat Google schon seit einigen Jahren ein zweites Betriebssystem neben Android im Angebot. Mit dem Linux-basierten System zielt man vor allem auf jene ab, die einen schlanken, einfach zu verwaltenden Rechner zum Surfen im Internet und für einfach Office-Aufgaben suchen.

Trendumkehr

Während sich der Erfolg am Massenmarkt in den Anfangsjahren in einem sehr begrenzten Rahmen bewegte, zeichnet sich aktuell zumindest in den USA eine Trendumkehr ab - und zwar in erheblich stärkerem als bislang selbst von den positivsten Prognosen angenommenen Rahmen. So weist der Marktforscher NPD Group den Chrome-OS-basierten Chromebooks ein rasantes Wachstum im Jahr 2013 aus.

Wachstum

So sei der Marktanteil über die "kommerziellen Kanäle" des US-PC-Markts von 0,2 Prozent im Jahr 2012 auf satte 9,6 Prozent im Jahr 2013 hochgeschnellt. Zur Erläuterung: Unter "kommerzielle Kanäle" ist keineswegs der Gesamtmarkt zu verstehen, sondern die Auslieferung von vorkonfigurierten Geräten an Unternehmen, Schulen und Behörden.

Vergleich

Trotzdem können sich diese Zahlen lassen, zumal sie Tablets und Desktop-Rechner einrechnen. Betrachtet man nur Notebook-Verkäufe über diese Kanäle, so kommen die Chromebooks 2013 sogar auf 21 Prozent - und damit von den Stückzahlen her sogar ein mehrfaches von Laptops aus dem Hause Apple. Freilich darf hier für die kommerzielle Relevanz nicht vergessen werden, dass Chromebooks üblicherweise sehr kostengünstig verkauft werden, und somit die Gewinnmarge pro Stück äußerst gering ist.

Ausblick

Dass das Interesse an Chromebook stark im Wachsen begriffen ist, zeigt aber noch ein anderer Faktor: Seit Monaten werden die Verkaufscharts von Amazon.com von den billigen Notebooks mit Google-Betriebssystem dominiert. Vor kurzem hat dann Digitimes Research mit einer Prognose aufhorchen lassen, nach der Chromebooks im Jahr 2014 bereits bis zu 5 Prozent des weltweiten Notebook-Markts erobern sollen.

Gedrängel

Kein Wunder also dass sich die diversen PC-Hersteller derzeit beinahe unisono beeilen eigene Chromebooks auf den Markt zu bringen. Im Rahmen der Consumer Electronics Show hat gerade Toshiba sein erstes Chromebook vorgestellt, ASUS soll dem Vernehmen nach schon bald folgen. Andere PC-Größen wie Samsung, Acer, Dell und HP haben schon jetzt eigene Angebote in diesem Bereich.

Vorsicht

Trotzdem gilt es abzuwarten, ob es sich bei dem Chromebook-Aufwind um einen langfristigen Trend, oder nur ein kurzfristiges Aufflackern handelt. Immerhin ist auch die Kategorie der einst stark gehypten Netbooks mittlerweile wieder in der Versenkung verschwunden.

Gegensteuern

Bei Google ist man sich dessen wohl durchaus bewusst, also versucht man aktuell vor allem Chrome-OS als App-Plattform voranzubringen, und so für weitere Einsatzgebiete zu öffnen. Mit dem Chromebook Pixel demonstrierte das Unternehmen im Vorjahr zudem, dass Chrome-OS-Geräte keineswegs nur auf den kostengünstigen Markt beschränkt bleiben sollen - auch wenn sie derzeit wohl nicht zuletzt über das Preisargument verkauft werden.

Begrenzte Verfügbarkeit

Für österreichische KonsumentInnen ist all dies bislang aber ohnehin weitgehend theoretischer Natur. Konzentriert sich Google bei den Chromebooks doch weiterhin vor allem auf den US-Markt, so dass die meisten aktuellen Geräte hierzulande oft nur schwer oder auch gar nicht zu bekommen sind. (apo, derStandard.at, 07.01.14)

  • Das neue Toshiba Chromebook.
    foto: google

    Das neue Toshiba Chromebook.

Share if you care.