Raus aus dem Motivationstief

7. Jänner 2014, 14:44
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Total ausgelaugt lassen sich keine Pläne machen. Der Weg zu neuen Zielen führt von innen nach außen und braucht Zeit

Die größte Hürde, die zwischen beruflichen Träumen und deren Erfüllung liegt, ist die konkrete Umsetzung. Und während die einen dazu raten, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, fordern die anderen sich genau diesen zu schaffen. Dazwischen liegen Wochen, Monate und häufig Jahre. Veränderung ist schwierig und je länger man sich darauf vorbereitet, ohne konkrete Schritte zu setzen, umso eher geht die Motivation "etwas zu tun" in Richtung Nulllinie.

Geistig und emotional ausgelaugt aber lassen sich selbst gute Vorsätze nur kurze Zeit aufrecht halten: das höhere Gehalt, die bessere Position oder das Erscheinen des Buches, das man sich schon jahrelang vornimmt fertig zu schreiben, rücken in immer weitere Ferne. Ohne Motivation lassen sich keine Ziele erreichen. Die Frage ist also: Was tun, um das Feuer zu entfachen?

  1. Graben Sie sich nicht allzu sehr in Ihrem "Problem" und in der Ursachenforschung ihres Unwohlseins ein. Steigen Sie einen Schritt aus diesem Muster heraus – machen Sie etwas ganz anderes. Von Sport bis Film-Schauen – alles, was funktioniert, zählt. Es geht darum, selbst nur für kurze Zeit, aber immer wieder, in eine andere emotionale Situation zu gelangen. Das verändert die Umstände und auch die missliche Lage nicht, aber diese Dinge verändern/verbessern ihren emotionalen Zustand. Und dann lässt es sich auch klarer denken.
  2. Suchen Sie auch nach Plätzen und Aktivitäten, die bei Ihnen Energie und Kreativität freisetzen – der Buchladen um die Ecke, das Museum oder ein Konzertbesuch. In solchen Umfelder wird Motivation allein durch die äußeren Eindrücke zutage gebracht.
  3. Eine andere Möglichkeit besteht zum Beispiel auch darin zu überlegen, welche Menschen sie in ihrem unmittelbaren Umfeld am meisten und am nachhaltigsten inspiriert haben – mit Worten oder Taten. Diesen Menschen zu sagen (geschrieben oder gesprochen, soll beides funktionieren), dass ihre Worte motivierend auf Sie gewirkt haben, soll wiederum bei Ihnen Motivation freisetzen. Zudem ist eine Möglichkeit geschaffen, diese Menschen um weiteren Rat zu fragen.
  4. Für alle Punkte gilt: Diese Ratschläge nur ein einziges Mal zu befolgen reicht nicht.

 Wenn Sie also dann wieder motiviert(er) sind, können konkrete Ziele in Angriff genommen werden. Tausende Seiten „How-to-dos“ kann man dazu finden. Hier ein Beispiel aus „Dare, Dream, Do“ der US-amerikanischen Autorin Whitney Johnson, die fünf  Wegmarken anbietet:

  1. Finden Sie sich mit dem Faktor Unsicherheit ab. Laut Johnson sind es die vielen Möglichkeiten, unter denen die meisten Entscheidungsunfreudigen leiden: Ein Job im Ausland? Das Hobby zum Beruf machen?, etc... Man werde nie zu einem konkreten Ergebnis kommen, wenn man die Dinge, nicht einfach auch mal ausprobiert. Johnson rät zu mehr Vertrauen in sich und seine Träume.
  2. Über die Pläne und Träume, die einen treiben, sollten Sie jedenfalls sprechen – mit Freunden, der Familie oder Kollegen. Hier gehe es laut Johnson auch ganz pragmatisch darum, sich angemessene Rückendeckung und Unterstützung zu suchen. Niemand kann Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen, so Johnson, solange Sie nicht klar artikulieren können, was Sie eigentlich wollen.
  3. Dahinter verbirgt sich der "psychologische Trick", dass Sie in Ihren Plänen und Vorstellungen häufig bestärkt werden, wenn Sie "laut darüber sprechen", so die Autorin weiter. Nicht zu sprechen sei sicherlich auch eine Option, vor allem eine, bei der man nichts verlieren könne – gewinnen aber auch nicht.
  4. Für wichtige Ziele braucht es auch Unterstützung von Menschen – finanzieller Art, emotional oder informell in Form von Ratschlägen erfahrener Kollegen oder Mentoren. Johnson rät dazu, mit den längstgedienten Freunden anzufangen – auch ihre Netzwerke abzuklopfen. Das sei zudem probates Mittel an der Ernsthaftigkeit der Pläne festzuhalten. Denn keiner enttäuscht seine besten oder ältesten Freunde vorsätzlich.
  5. Und zuletzt: Egal, wie groß oder klein die Ziele sind, sie brauchen Struktur, um sie auch sicher zu erreichen. (red, derStandard.at, 07.01.2014)
  • Sich zuerst Gutes tun, Kraft sammeln und dann erst Ziele stecken.
    foto: istock

    Sich zuerst Gutes tun, Kraft sammeln und dann erst Ziele stecken.

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