Im Wartezimmer Vater Staats

Ansichtssache11. Jänner 2014, 17:00
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Kommende Woche geht das Schubhaftzentrum Vordernberg in Betrieb. Das politisch umstrittene Projekt will vor allem eines: die Wartezeit mit Würde gestalten.

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foto: hertha hurnaus

"Werte Damen und Herrschaften, bitte treten Sie weiter!" Hoch gestelltes Revers, eng gebundener Krawattenknoten, gefühlter Stechschritt durch die Glastür. "Willkommen in der Zugangsabteilung, in welcher sich die Sonderhafträume für die Angehaltenen befinden." Die Sprache ist hart und abgehackt. So richtig scheinen sich die Organe der Landespolizeidirektion Steiermark, Kurzhaarschnitt zehn Millimeter, noch nicht an das gewöhnt zu haben, was sie selbst wenig später als neue, als offene, als innovative Vollzugsarchitektur bezeichnen werden.

Kommenden Mittwoch geht das Schubhaftzentrum Vordernberg, auf halber Strecke zwischen ­Leoben und Eisenerz, in Betrieb. Entgegen der mitunter emotional geführten politischen Debatte über Schubhaft und Abschiebung sowie über die umstrittenen Überwachungsverträge, die an die externe Security-Firma G4S erteilt wurden, wirkt das Projekt auf den ersten Blick sympathisch, ja fast wohlvertraut gemütlich – sofern man angesichts der hierzulande praktizierten Rückführungspolitik denn überhaupt gewillt ist, sich auf solche Gefühlsdimensionen einzulassen.

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