Zentralmatura: IG Autoren kritisiert Qualität im Fach Deutsch

7. Jänner 2014, 13:30
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Bifie verweist auf erfolgte Verbesserung der Prüfungsaufgaben - "Änderungen derzeit nicht in Sicht"

Die IG Autorinnen Autoren hat am Dienstag verbindliche Qualitätsstandards für die 2015 an den AHS und 2016 an den Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) startende Zentralmatura eingefordert. "Was bisher vorgelegt wurde, ist leider häufig oberflächlich und fällt weit hinter das zurück, was engagierte Deutschlehrer/inn/en schon immer geleistet haben", so eine IG-Arbeitsgruppe in einer Aussendung.

Die Gruppe aus Autoren, Pädagogen und Wissenschaftern hat in Modellschularbeiten, Musterthemenpaketen und der bei Schulversuchen genutzten offiziellen Deutsch-Reifeprüfung 2013 grobe Unzulänglichkeiten und wesentliche Mängel gefunden. Unterzeichner wie IG-Geschäftsführer Gerhard Ruiss und Philosoph Konrad Paul Liessmann fordern deshalb Gespräche mit dem Unterrichtsministerium und dem für die Zentralmatura verantwortlichen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie).

Keine Änderungen geplant

Der Zentralmatura-Veranwortliche im Bifie, Peter Simon, zeigte teilweise Verständnis für die Kritik. Diese betreffe die ersten veröffentlichten Aufgaben, die vor einigen Jahren noch ohne Vorerfahrungen erstellt worden seien. Mittlerweile habe das Bifie vieles verbessert und Qualitätsstandards für die Aufgabenerstellung entwickelt. Er sei auch zu weiteren Gesprächen mit der IG bereit, sagte Simon, betonte allerdings auch, dass Änderungen derzeit nicht in Sicht seien. "Wir gehen davon aus, dass wir das gegenwärtige Konzept mit entsprechend qualitätsvollen Aufgaben umsetzen können."

Schon am 15. Jänner soll es außerdem Neues zur umstrittenen Mathematik-Zentralmatura geben: Auf einer von der Bundesschülervertretung (BSV) und Bifie gemeinsam erstellten Homepage können sich dann Schüler über die neue Reifeprüfung informieren und interaktiv ihr Wissen in den Mathematik-Kompetenzen testen. Ende 2013 hatte die von der ÖVP-nahen Schülerunion dominierte BSV mit einem Streik gedroht, diesen nach Vereinbarung einer Info-Offensive mit dem Bifie aber wieder abgeblasen. Dennoch waren Tausende Schüler nach einem Aufruf linker Schüler- und Jugendvertretungen aus Angst vor einer Zunahme negativer Noten und wegen angeblich mangelnder Vorbereitung gegen die neue Matura auf die Straße gegangen. (APA, 7.1.2014)

  • Die Autoren haben bei Probeschularbeiten wesentliche Mängel gefunden.
    foto: dpa/strobel

    Die Autoren haben bei Probeschularbeiten wesentliche Mängel gefunden.

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