Mehr Tote und weniger Sachschäden durch Naturkatastrophen

7. Jänner 2014, 12:56
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Warnungen und vorbeugende Maßnahmen begrenzten Auswirkungen

München - Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr Milliardenschäden angerichtet und weltweit mehr als 20.000 Menschen das Leben gekostet. Ungewöhnlich hoch fielen die Unwetterschäden vor allem in Europa aus, berichtete der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag in München in seiner Naturkatastrophen-Bilanz des Jahres 2013.

Die Zerstörungen durch den Taifun Haiyan auf den Philippinen waren massiv. Mehr als 6000 Menschen kamen durch den Wirbelsturm ums Leben. Foto: Reuters/John Javellana

Die Gesamtschäden summierten sich im abgelaufenen Jahr auf 125 Mrd. Dollar (92 Mrd. Euro), wie die Münchener Rück am Dienstag mitteilte. Das sind 27 Prozent weniger als 2012 und 32 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Insgesamt seien 2013 bei 880 Naturkatastrophen mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen, erklärte der Rückversicherer. Das sind doppelt so viel Todesopfer wie 2012, aber gut 80 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Hagelstürme als teuerstes Ereignis

Das weltweit teuerste Ereignis für die Versicherungswirtschaft waren Hagelstürme Ende Juli in Teilen Deutschlands mit einem versicherten Schaden von rund 2,8 Mrd. Euro. Auch die Hochwasserflut im Juni in Bayern und Ostdeutschland kostete die Versicherungen mehr als 2 Mrd. Euro. Da nicht alle Schäden versichert waren, liegen die gesamtwirtschaftlichen Kosten durch die Flut nochmals deutlich höher.

Im November fegte der Taifun Haiyan über den Süden der Philippinen und machte viele Orte wie die Küstenstadt Tacloban dem Erdboden gleich. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden obdachlos. Die Münchner Rück geht davon aus, dass in Zukunft häufiger Taifune auf Inseln und Küstenregionen in Südostasien treffen werden.

Warnungen und vorbeugende Maßnahmen hätten 2013 in einigen Fällen die Auswirkungen von Naturkatastrophen begrenzt, sagte Münchner-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. "Gleichzeitig mahnen Ereignisse wie auf den Philippinen, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern dringend mehr getan werden muss, um die Menschen besser zu schützen."

Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen regional wieder mit mehr und schlimmeren Naturkatastrophen. "Unsere Analysen lassen aufgrund eines natürlichen Zyklus für die kommenden Jahre den Beginn einer Phase mit höherer Taifunaktivität erwarten", sagte das für Asien zuständige Vorstandsmitglied Ludger Arnoldussen dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Finanziell besonders kritisch schätzt man die Aussichten für die Philippinen ein. Dort seien nur rund fünf Prozent der Werte versichert, sagte der Chef der Geo-Risikoforschung des Rückversicherers, Peter Höppe. (APA/Reuters/red, derStandard.at, 7.1.2014)

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