Gewerkschaft will von KBA weniger Jobabbau

7. Jänner 2014, 12:16
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Proyer: Zahl der Kündigungen muss "deutlichst" reduziert werden

Wien/Maria Enzersdorf/Mödling - Die Gewerkschaft fordert vom deutschen Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) ein Konzept für den Standort in Maria Enzersdorf bei Mödling. Der Abbau von 460 Mitarbeitern gefährde den Standort. Sollte die Zahl nicht "deutlichst" reduziert werden, könnte es nach einer Aufsichtsratssitzung am 24. Jänner mit einem Streik "sehr schnell" gehen, so Gewerkschafter Karl Proyer am Dienstag.

Zuvor haben Betriebsrat und die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp am Vormittag in einer Betriebsversammlung laut Proyer erneut ihre Standpunkte deponiert. Vom deutschen Konzernvorstand wird ein Konzept verlangt, das "Kündigungen in dem Ausmaß nicht mehr vorsieht". Wie im Dezember bekannt geworden war, sollen bei der Österreich-Tochter bis zu 460 der aktuell 750 Jobs wegfallen. Proyer sieht den deutschen Eigentümer gefordert, die Entscheidung über die Kündigungen dürfe nicht auf den Geschäftsführer in Mödling abgewälzt werden.

Keine Festlegung

Auf eine Zahl, um viel der Jobabbau reduziert werden soll, wollte sich Proyer nicht festlegen. Nur soviel: "Es wird eine Auseinandersetzung um jeden Arbeitsplatz geben". Ihm zufolge sei es auch eine Weichenstellung für die Zukunft der Produktion in Österreich. Die weiteren Maßnahmen hängen jedenfalls von der Sitzung des Aufsichtsrats Ende Jänner ab, so Proyer. "Unmittelbar danach" wollen die Belegschaftsvertreter eine weitere Betriebsversammlung abhalten. Gewerkschaft und Betriebsrat haben zudem laut Proyer vor, die staatliche Wirtschaftskommission einzuschalten. Immerhin gehe es um "bedeutende Arbeitsmarktinteressen".

Koenig & Bauer hatte Mitte Dezember bekannt gegeben, österreichweit bis zu 460 Jobs zu streichen. Das ist ein Drittel des tags zuvor beschlossenen Sparkurses, bei dem konzernweit 1.100 bis 1.500 Stellen wegfallen sollen. Daran werde sich "leider trotz Verhandlungen" mit den Gewerkschaften nichts mehr ändern, sagte der Chef der KBA-Tochter in Mödling, Leopold Achatz, damals zur APA. Der deutsche Druckmaschinenhersteller kämpft gegen ein schwächelndes Geschäft. So hat sich der Weltmarkt für Bogendruckmaschinen in den letzten Jahren halbiert, der Markt für Rollendruckmaschinen ist um rund 70 Prozent eingebrochen. Eine Erholung ist laut KBA nicht in Sicht. (APA, 7.1.2014)

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