Früherer CA-IB-Vorstand Klaus Requat wechselt zur Meinl Bank

7. Jänner 2014, 11:21
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Wien - Die Meinl Bank, deren Manager in Österreich seit sechs Jahren im Visier der Justiz stehen, macht sich auf in den Osten. Seit einem Jahr nascht das Institut am Prager Immobilienboom mit, nun wurden die CEE-Kompetenzen in Wien verstärkt. Kürzlich holte die Meinl Bank den ehemaligen CA-IB-Vorstand Klaus Requat, der zuletzt als Zeuge im U-Ausschuss zur Buwog öffentlich in Erscheinung trat.

Bei der Meinl Bank ist Requat (54) gemeinsam mit Stephen Coleman (46), schon seit 1999 bei Meinl, für die Bereiche Corporate und Investment Banking zuständig, teilte das Geldhaus am Dienstag mit. Sie sollen Kunden bei Firmenverkäufen oder -käufen und zum Thema Restrukturierung beraten.

Der Investmentbanker Requat war 20 Jahre in Führungspositionen tätig. Bei der UniCredit CA IB leitete er das Investmentbanking, nach dem Austritt aus dem italienischen Konzern, zu dem auch die Bank Austria gehört, beteiligte er sich an der Restrukturierung einer isländischen Großbank.

Als Ex-CA-IB-Vorstand hatte Requat im April 2012 den Freund des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser (ÖVP/FPÖ), Karlheinz Muhr, im parlamentarischen Korruptionsuntersuchungsausschuss belastet. Konkret gab er Hinweise auf eine mögliche Manipulation der Auftragsvergabe für die Privatisierung der Bundeswohnungen, weswegen gegen Grasser seit Jahren strafrechtlich ermittelt wird. Requats CA IB hatte sich nämlich 2002 für die Abwicklung der Privatisierung beworben, unterlag aber der Investmentbank Lehman Brothers - trotz eines finanziell günstigeren Angebots. Für Lehman arbeitete als Subunternehmer Karlheinz Muhr. Die Betroffenen weisen alle Vorwürfe zurück.

Die Meinl Bank indes stärkt in Wien auch den Bereich Asset Management und Private Banking. Dieser wird von Matvei Hutman (36) geleitet. Er ist schon seit 14 Jahren im Meinl-Konzern, unter anderem war er lange Zeit für den Vertrieb von Meinl-Kaffee in Russland verantwortlich.

In Prag ist der Meinl-Konzern schon seit einiger Zeit aktiv. Anfang 2013 eröffnete eine Immobilienverwaltungsgesellschaft namens Prague Prime Homes. Bisher seien fünf Projekte realisiert und binnen kürzester Zeit ausfinanziert worden, weitere Projekte seien in der Pipeline, so Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl laut Aussendung. "Im Verhältnis zu Wien oder Berlin sind Prager Immobilien immer noch günstig. Wir sehen dort weiteres erhebliches Potenzial."

Auf betuchte Klientel konzentriert sich auch die kürzlich eröffnete Meinl-Bank-Filiale in der tschechischen Hauptstadt. Das Institut konzentriert sich auf Private Banking und Corporate Finance Advisory. Im Dezember eröffnete Meinl dann noch einen Gourmettempel im Zentrum Prags - wie in Wien befindet sich das Luxuslebensmittelgeschäft am Graben ("Na Prikope").

Darüber hinaus will die Meinl Bank auch in London eine Filiale eröffnen, wie sie bereits 2009 angekündigt hatte. Die entsprechenden Anträge seien bereits gestellt, hieß es heute. Man wolle sich in einem ersten Schritt ausschließlich dem Wertpapierhandel widmen. Angaben aus dem Jahr 2009 zufolge wollte das Institut in London mit notleidenden Krediten handeln (Corporate Finance). Julius Meinl ist übrigens britischer Staatsbürger. Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn sowie auch Meinl-Bank-Chef Weinzierl seit Jahren in der Anlegercausa Meinl European Land (MEL). Die Untreue- und Betrugsvorwürfe drehen sich u. a. um die umstrittenen Rückkäufe von MEL-Zertifikaten. Tausende österreichische Kleinanleger haben mit MEL-Papieren Ersparnisse verloren. Die Betroffenen weisen alle Vorwürfe zurück. (APA, 7.1.2014)

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