Springowa enttarnt!

6. Jänner 2014, 16:35
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Putin weiß jetzt nur, dass der ORF-Humor eine gefährliche Waffe ist, mit der nicht zu spaßen ist

Freundesüberwachung ist zur Globalmode avanciert. Was sich Zar Putin, in der Absicht, seine Sotschi-Spiele überraschungsfrei zu halten, ausgedacht hat, schien indes dem Diplomatenfass den Boden auszuschlagen. "Sport am Sonntag" enthüllte, dass Putin seinen Geheimdienst auf die Vierschanzentournee angesetzt hat.

Außenminister Sebastian Kurz muss jedoch nicht in den Kreml, um Protestnoten zu überreichen. Katharina Springowa (dunkle Riesenbrille, Pelzmütze, grellrote Lippen) wurde zwar ertappt, wie sie zu Balalaikaklängen schlau um die Ecke fotografiert, aus waghalsiger Position heraus Infos sammelt und Tourneezeugen in Small Talks verwickelt. Auch verfügt die Dame über unendliche Recherchegeduld, was sie durch stundenlanges Ausharren vor Gregor Schlierenzauers Hütte unter Beweis stellte.

Es muss allerdings im Zuge ihrer Spionagearbeit gottlob zu einer gedanklichen Infiltration durch witzige, tiefsinnige und für den heimischen Geheimdienst tätige ORF-Reporter gekommen sein. Springowas Erkenntnisse legen jedenfalls diesen Schluss nahe, wobei auch das Beschallen durch 007-Klänge ihre Geisteskräfte eingelullt zu haben schien.

Anders jedenfalls sind ihre Folgerungen ("Das Herumprobieren bei der Tournee heißt verlieren oder noch nicht gewinnen") nicht zu erklären - wie auch ihr Fazit: "Was ich mit Rot in mein Buch notiert habe, ist der Tourneesatz: Es kommt erstens anders, und zweitens als man denkt. Oder eben nicht denkt." Putin weiß jetzt somit nur, dass der ORF-Humor eine gefährliche Waffe ist, mit der nicht zu spaßen ist. Die Reporter sollten also mit dem Preis für geistige Landesverteidigung geschmückt werden. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 7.1.2014)

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