Erstmals direkte Gespräche zur Lösung des Südsudan-Konflikts

6. Jänner 2014, 16:32
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Weiterhin schwere Kämpfe - Waffenstillstand soll in den nächsten Tagen ausverhandelt werden

Juba/Addis Abeba - Bei der Suche nach Lösungen für den Südsudan-Konflikt gibt es erste Fortschritte: Vier Tage nach dem Eintreffen der Delegationen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba trafen sich die Konfliktparteien am Montag erstmals zu direkten Gesprächen. Das bestätigte ein Sprecher des Verhandlungsteams der Rebellen der Nachrichtenagentur dpa.

Offenbar müssen sich beide Seiten noch auf die genauen Modalitäten für den Dialog einigen. Inhaltlich sollen in den nächsten Tagen vor allem ein Waffenstillstand und politische Lösungen für die seit Mitte Dezember tobenden Kämpfe auf der Agenda stehen.

Verzögerung in den vergangenen Tagen

Die Gespräche hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder verzögert. Zunächst hatten die Delegationen nur einzeln mit Vertretern der ostafrikanischen Regionalorganisation IGAD verhandelt, die als Vermittler agiert.

Seit dem Ausbruch der auch ethnisch motivierten Gewalt sind über 1.000 Menschen ums Leben gekommen, 200.000 sind nach Angaben des Roten Kreuzes in der eigenen Heimat auf der Flucht. Weitere 20.000 suchten in Uganda Zuflucht.

Am Vormittag traf der Präsident des nördlichen Nachbarn Sudan, Omar al-Bashir in der südsudanesischen Hauptstadt Juba ein, um mit Kiir die Lage zu besprechen. Al-Bashir fürchtet, dass der Konflikt den Ölfluss aus dem Süden in sein Land beeinträchtigen könnte. Beide Länder sind auf den Rohstoff angewiesen. Der Südsudan hatte sich erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan abgespalten. In einer Mitteilung Al-Bashirs hieß es, seine Regierung werde die Rebellen nicht unterstützen. "Wir glauben, dass bewaffnete Konflikte keine Probleme lösen können. Deshalb ist ein Dialog nötig, um eine Einigung zu erzielen."

Rebellen fordern Freilassung von inhaftierten Politikern

Einer der wichtigsten Punkte auf der Agenda der Verhandlungen ist die von den Rebellen geforderte Freilassung von elf Politikern und Ministern, die im Dezember im Zuge eines angeblichen Putsches inhaftiert worden waren. Die Regierung lehnt dies aber ab. Zudem fordert die Opposition eine Machtaufteilung zwischen Kiir und Machar. Kiir hatte dies zuletzt bereits ausgeschlossen. Beobachter rechnen mit langwierigen und komplizierten Gesprächen.

Derweil reißen Berichte über neue schwere Kämpfe vor allem rund um die Hauptstadt des Bundesstaates Jonglei, Bor, nicht ab. Dabei soll in den vergangenen Tagen auch ein ranghoher Militärführer, der Kiir nahe steht, ums Leben gekommen sein. Regierungstruppen rückten auf die umkämpfte Stadt vor, um sie aus den Händen der Rebellen zu befreien. Auch rund um Yei im Bundesstaat Central Equatoria wurde seit dem Wochenende gekämpft. Viele Soldaten sollen auf die Seite der Rebellen übergelaufen sein. (APA, 6.1.2014)

  • Sudans Präsident Omar al-Bashir (links) und Südsudans Präsident Salva Kiir bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.
    foto: apa/epa/dhil

    Sudans Präsident Omar al-Bashir (links) und Südsudans Präsident Salva Kiir bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

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