Amazon-Mitarbeiter: Aktion gegen Streiks

6. Jänner 2014, 16:41
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Deutsche Amazon-Belegschaft widersetzt sich Gewerkschaftsstreiks - ver.di kritisiert "Spaltung der Belegschaft"

Leipzig/Bad Hersfeld - In der deutschen Belegschaft des Versandhändlers Amazon formiert sich Widerstand gegen die ver.di-Streiks. Bereits Ende Dezember waren in Leipzig und Bad Hersfeld mehr als 1.000 Unterschriften gegen eine "negative Darstellung" des Konzerns in der Öffentlichkeit gesammelt worden, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung". Als nächstes sei eine T-Shirt-Aktion geplant, sagte Initiatorin Sandra Münch.

Es sollten Shirts mit der Aufschrift "Pro Amazon" bedruckt werden. Die Mitarbeiter wollten damit zeigen, dass sie gerne bei dem Branchen-Riesen aus den USA arbeiten und nicht hinter den seit Monaten andauernden Streiks der Gewerkschaft ver.di stehen.

In Leipzig sind Münch zufolge etwa 720 und am größten deutschen Amazon-Standort in Bad Hersfeld rund 280 Unterschriften gesammelt worden, wie die Initiatorin am Montag sagte.

Spaltung

Heiner Reimann von ver.di Hessen kritisierte die Unterschriften-Aktion als "Spaltung der Belegschaft" und rief zu respektvollem Umgang auf. Mit Blick auf die Amazon-Zentrale sagte er: "Es ist die Frage, wer hinter dieser Aktion steht." Es sei auch "keine Kunst", in einer Zeit, in der Tausende von Aushilfen bei Amazon arbeiten, 1.000 Unterschriften zu sammeln. Martina Sönnichsen, Sprecherin des ver.di-Bundesverbandes sagte: "Wir wissen von Kollegen, dass da auch Druck ausgeübt wurde." Teilweise seien Mitglieder der Betriebsleitung daneben gestanden, als die Unterschriften gesammelt wurden.

Münch wies den Verdacht, die Unterschriftensammlung sei von der Amazon-Geschäftsleitung gelenkt worden, dagegen zurück. "Ganz sicher nicht. Das war eine alleinige Aktion von uns", sagte sie. Auch die T-Shirts werde jeder Mitarbeiter auf eigene Rechnung kaufen. Es werde Bestelllisten geben, in die sich Mitarbeiter freiwillig eintragen könnten. Die T-Shirt-Aktion solle es neben Leipzig und Bad Hersfeld auch in anderen Amazon-Lagern geben. Münch betonte zudem, dass sich in die Unterschriftenlisten auch viele langjährige, festangestellte Mitarbeiter eingetragen hätten - und nicht etwa Saisonkräfte, die auf eine Festanstellung hofften.

Ein Amazon-Sprecher sagte: "Wir begrüßen diese Aktion, denn sie zeigt, wie die Mehrheit unserer Mitarbeiter denkt. Dass sie faire und gute Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren haben." (APA, 6.1.2014)

  • Proteste bei Amazon Deutschland im Dezember.
    foto: epa/schmidt

    Proteste bei Amazon Deutschland im Dezember.

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