Madoffs Hausbank vor Einigung mit Behörden

6. Jänner 2014, 13:33
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Medien: JPMorgan Chase will zwei Milliarden Dollar zahlen - Geld soll großteils an Opfer gehen

New York - Die Hausbank des Milliardenbetrügers Bernard Madoff, JPMorgan Chase, will Berichten zufolge rund 2 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) zahlen, um Gerichtsverfahren zu vermeiden. Eine entsprechende Einigung mit den US-Behörden werde das Finanzinstitut im Laufe der Woche unterzeichnen, berichteten die "New York Times" und "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf informierte Kreise.

Der Großteil des Geldes solle den Opfern Madoffs ausgezahlt werden. Den Berichten zufolge wollen die Behörden ihre straf- und zivilrechtlichen Untersuchungen einstellen. Sie waren dem Verdacht nachgegangen, die Bank habe Anzeichen ignoriert, die auf das Betrugssystem Madoffs hindeuteten. Nach Informationen der "New York Times" erklärte sich die Bank bereit, die Richtigkeit der Vorwürfe anzuerkennen, und versprach Besserung. Für den Fall, dass das Institut erneut straffällig werde, sei die Strafverfolgung nur ausgesetzt.

Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzt bis zu 65 Mrd. Dollar geprellt. 2009 wurde der 72-Jährige zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählten Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen. Auch in Österreich gibt es zahlreiche Betroffene. Hierzulande hat vor allem die Bank Austria Fonds verkauft, deren Gelder nie angelegt wurden, sondern bei Madoff versickerten. In der Causa sind einige Gerichtsverfahren anhängig. (APA, 6.1.2014)

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