Afghanistan hält trotz US-Kritik an Gefangenen-Freilassung fest

6. Jänner 2014, 12:13
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Kommission: Beweise gegen Häftlinge reichen für eine längere Inhaftierung nicht aus

Kabul/Washington - Ungeachtet der Kritik aus Washington hält Afghanistan an der Freilassung von 88 Gefangenen fest, die von den USA als besonders gefährlich eingestuft werden. Die Beweise gegen die Häftlinge aus einem Gefängnis nördlich von Kabul reichten nicht aus, um eine längere Inhaftierung zu rechtfertigen, erklärte die Kommission zur Prüfung der Freilassung am späten Sonntagabend.

Die USA machen die Gefangenen unter anderem für die Tötung ausländischer Soldaten verantwortlich und sehen in ihnen ein hohes Sicherheitsrisiko. Die Angelegenheit verstärkte zuletzt die Spannungen zwischen den USA und der Regierung in Kabul. Der afghanische Präsident Hamid Karzai hatte deswegen die Geheimdienste angewiesen, der Kommission weitere Informationen über die Gefangenen vorzulegen.

Die afghanischen Sicherheitsbehörden haben das Gefängnis auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram erst kürzlich vom US-Militär übernommen. Aus US-Regierungskreisen verlautete, rund 35 der Gefangenen seien in Anschläge gegen Zivilisten und afghanische Sicherheitskräfte verwickelt gewesen, bei denen 57 Menschen getötet worden seien. Zudem hätten etwa 25 der Inhaftierten Anschläge auf die im Land stationierten internationalen Truppen verübt. Karzai hatte die USA bereits mit seiner Weigerung gegen sich aufgebracht, einen bilateralen Sicherheitspakt zu unterzeichnen. Dieser soll unter anderem den Verbleib von amerikanischen Soldaten am Hindukusch nach dem bis Jahresende anvisierten Abzug der meisten ausländischen Truppen regeln. (APA, 6.1.2014)

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