Neue Gefechte im Südsudan ausgebrochen

6. Jänner 2014, 08:26
posten

Armee bereitet sich auf Rückeroberung von Bor vor - Friedensgespräche verzögern sich weiter

Juba - In der südsudanesischen Hauptstadt Juba und in anderen Teilen des Landes sind am Sonntag wieder Gefechte ausgebrochen. Der Kampflärm kam aus der Richtung des Hauptquartiers der regierungstreuen Truppen und zog sich bis an den nördlichen Stadtrand. Die Kämpfe zwischen den Truppen von Präsident Salva Kiir und den Anhängern seines Ex-Stellvertreters Riek Machar hatten im Dezember in Juba begonnen.

Auch in anderen Teilen des erst seit Mitte 2011 unabhängigen Landes wurden neue Kämpfe gemeldet. Die Armee rückte nach Angaben ihres Sprechers auf die von den Rebellen kontrollierten Hauptstädte der nördlichen Bundesstaaten Unity und Upper Nile vor und bereitete sich auf die Rückeroberung von Bor, der Hauptstadt des Bundesstaats Jonglei, vor. Dagegen liefen laut dem Sprecher zwei Armee-Einheiten in der südlich von Juba gelegenen Stadt Yei sowie im bisher weitgehend ruhigen Bundesstaat Western Equatoria zu den Rebellen über.

Warten auf direkte Gespräche

Die direkten Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien verzögern sich offenbar weiter. "Wir sind nicht 100-prozentig sicher, dass die Verhandlungen heute beginnen", sagte Hussein Mar Nyuot, ein Sprecher der Rebellendelegation, am Montagmorgen der Nachrichtenagentur dpa.

Jedoch seien sich beide Seiten im Grunde einig über die Inhalte des Dialogs. Ein Beginn der Gespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sei nun möglich, fügte er hinzu.

Appell der USA

Zuvor hatten die USA an beide Seiten appelliert, bei den Gesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba rasche und spürbare Fortschritte zu erreichen. Die Regierung des Südsudans müsse zudem ihre Zusagen einhalten und politische Gefangene umgehend freilassen. Außenminister John Kerry mahnte am Sonntag, die USA würden sich für internationalen Druck gegen die Konfliktpartei einsetzen, die sich mit Gewaltanwendung Vorteile verschaffen wolle.

Hintergrund des Konflikts ist ein Machtkampf zwischen Präsident Kiir und dem von ihm entlassenen Vizepräsidenten Machar, die rivalisierenden Volksgruppen angehören. Bei den seit rund drei Wochen andauernden Kämpfen wurden mehr als 1.000 Menschen getötet. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. (APA, 6.1.2014)

Share if you care.