Kerry stößt bei Nahost-Gesprächen auf Widerstand

4. Jänner 2014, 12:51
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Demonstranten in Ramallah: "Kerry go home" - Gegenseitige Vorwürfe von Israelis und Palästinensern

Ramallah/Jerusalem/Washington - US-Außenminister John Kerry ist bei seiner zehnten Vermittlungsmission im Nahen Osten auf Widerstand getroffen. Während über den Inhalt der Gespräche am Samstag kaum etwas gesagt wurde, überzogen sich Israelis und Palästinenser mit Vorwürfen. Zudem kritisierte US-Senator John McCain - bei einem Israel-Besuch parallel zu Kerry - dessen Strategie und äußerte Verständnis für Israels Position.

Palästinensische Demonstranten skandierten vor dem Gebäude der Autonomiebehörde in Ramallah während des Besuchs des US-Außenministers: "Kerry go home". Der aber ließ sich nicht beirren und drängte beide Seiten wie immer freundlich, aber zugleich hartnäckig weiter in Richtung einer Friedenslösung.

Eine von Kerry vorgeschlagene Rahmenvereinbarung stieß bei den Palästinensern auf scharfe Ablehnung. Vor allem die darin anvisierte israelische Truppenpräsenz an der Ostgrenze auch eines künftigen Palästinenserstaates schränke die Souveränität eines solchen Staates ein, kritisierte der Abbas-Vize in der PLO,Yasser Abed Rabbo. "Die Palästinenser werden ein solch nutzloses Papier nicht einmal anschauen - eine Rahmenvereinbarung, die allgemeine Prinzipien für spätere Verhandlungen enthält, während beide Seiten doch schon seit Monaten und Jahren miteinander verhandeln", zitierte ihn die Zeitung "Al-Ayam" am Freitag.

Gegenseitige Vorwürfe

Der palästinensische Chefunterhändler für die Friedensgespräche mit Israel, Saeb Erekat, kritisierte zudem die Terrorismusvorwürfe des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu gegen den Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas. "Selbst wenn Abbas Mutter Teresa wäre, würde das Israel noch nicht reichen", zitierte die Zeitung "Jediot Achronot" Erekat. Israel finde "immer einen Dreh", Abbas als Terroristen abzustempeln und so die Forderung der Palästinenser nach einem eigenen Staat ablehnen zu können.

Netanyahu hatte Abbas zum Auftakt eines ersten Treffens mit Kerry am Donnerstag vorgeworfen, Terrorismus gegen Israel zu fördern. Abbas habe palästinensische Häftlinge nach deren Freilassung durch Israel als Helden gefeiert und jüngste Anschläge auf Israelis nicht verurteilt. "Die Mörder unschuldiger Frauen und Männer zu verherrlichen, ist empörend. Wie kann Präsident Abbas behaupten, er sei gegen Terrorismus, wenn er zugleich Terroristen als Helden glorifiziert?", sagte Netanyahu.

Kerry hatte sich während seines Nahost-Besuchs zwei Mal mit Netanyahu sowie mit seinem israelischen Amtskollegen Avigdor Lieberman getroffen. Mit Abbas waren zwei Treffen vorgesehen, von denen das erste am Freitagabend stattfand. (APA, 4.1.2014)

  • John Kerry im Nahen Osten. Es gibt Widerstand.
    foto: epa/atef safadi

    John Kerry im Nahen Osten. Es gibt Widerstand.

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