In Rosario startet die 36. Rallye Dakar

3. Jänner 2014, 19:41
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Rekordsieger Peterhansel ab Sonntag Favorit - Bei Motorrädern hofft KTM auf neuerlichen Triumph - Österreicher Brabeck-Letmathe auf Motorrad dabei - Ziel am 18. Jänner in Chile

Rosario - Die Odyssee durch Sand und Staub beginnt. Mit rund 720 Fahrzeugen startet das traditionsreiche Offroad-Abenteuer Rallye Dakar am Sonntag in seine 36. Auflage. Die 9.374 Kilometer über 13 Etappen durch Südamerika werden nicht nur Rekordsieger Stephane Peterhansel alles abverlangen, sondern auch für das Material zu einer Belastungsprobe. Mit Nicolas Brabeck-Letmathe ist auch ein Österreicher dabei.

Offizieller Startschuss ist am Sonntag in Rosario, 300 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires gelegen. Die drittgrößte Stadt Argentiniens, Geburtsort etwa von Zauberfußballer Lionel Messi, erwartet aber schon am Samstag zum symbolischen Auftakt etwa eine halbe Million Besucher. Die Querfeldein-Hatz führt auch nach Bolivien und endet am 18. Jänner in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso.

Im Vorfeld hatte in Rosario eine Hitzewelle zu wiederholten Stromausfällen wegen Überlastung des Netzes geführt. Die Dakar-Organisatoren kündigten der Zeitung "La Capital" daher an, die Stromversorgung mit eigenen Elektro-Generatoren zu sichern. Für Teile der Bevölkerung kein Grund zum Aufatmen: Die mangelnde Versorgung mit Elektrizität trieb sie zu Protestaktionen auf die Straße.

Politisierte Rallye

Die Rallye Dakar ist schon lange kein reines Sportspektakel mehr. Während Autos, Trucks und Motorräder durch die Wüste jagen, werden immer wieder auch politische Dimensionen deutlich. So drohen an einzelnen Etappen regelmäßig Interessengruppen zur Durchsetzung ihrer Ziele mit Blockaden. Und das Risiko fährt mit. In den vergangenen Jahren gab es Tote und Verletzte bei Teams wie auch Zuschauern zu beklagen.

Für das Starterfeld bedeuten die vielen Kilometer immense Strapazen, aber auch eine kaum vergleichbare Herausforderung. "Die Dakar ist eines der letzten großen Abenteuer", sagt Teamchef Sven Quandt vom X-Raid-Rennstall, für das Titelverteidiger Peterhansel und der 2011-Gewinner Nasser Al-Attiyah aus Katar fahren.

Peterhansel sieht fünf oder mehr Sieganwärter

Chancen auf den Gesamtsieg bei den Autos werden aber auch dem Südafrikaner Giniel de Villiers (Toyota) sowie dem Spanier Carlos Sainz (Buggy) eingeräumt. Peterhansel rechnet jedenfalls mit harter Gegenwehr. "Für mich gibt es mindestens fünf Konkurrenten, die um den Sieg mitfahren können", sagte der Sieger von 2012 und 2013. Der Franzose traut neben den bereits Genannten auch dem Spanier Nani Roma und dem Argentinier Orlando Terranova etwas zu.

Bei den Motorrädern darf das österreichische KTM-Team auf den 13. Sieg in Folge hoffen. Der dreifache spanische Dakar-Sieger Marc Coma, der bei der jüngsten Auflage verletzt fehlte, ist das heißeste Eisen. Weitere KTM-Fahrer sind Jordi Villadoms (ESP), Ruben Faria (POR) und Francisco Lopez (CHI). Zu schlagen gilt es den französischen Vorjahressieger Cyril Despres, der 2013 noch für KTM am Start war und jetzt eine Yahama pilotiert. Despres hat die Rallye bereits fünfmal gewonnen.

Der einzige Österreicher im Feld ist ein Halb-Chilene. Der 35-jährige Nicolas Brabeck-Letmathe lebt in Lima und trainiert in Chile. "Für mich ist der Start schon ein Sieg. Jeder Tag ist ein Bonus, ein technisches Problem wäre extrem frustrierend", schrieb der Honda-Pilot mit der Nummer 159 auf der Dakar-Webseite. (APA, 3.1.2013)

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