Steirische Spitalslandschaft steht vor radikalem Umbau

3. Jänner 2014, 17:51
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700 Millionen Euro für Spitalsneubauten

Graz - Die steirische Spitalslandschaft wird in den nächsten Jahren einer gründlichen Restrukturierung unterzogen.

2014 investiert das Landesunternehmen Kages (Steirische Krankenanstalten Gesellschaft) landesweit 150 Millionen Euro in Neu- und Umbauten. In Summe stehen in den nächsten Jahren medizinische Bauprojekte in den Spitalsstandorten im Umfang von 700 Millionen Euro auf dem Plan. "Wir wollen der modernste Krankenversorger Österreichs werden", sagte Spitalslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder am Freitag.

Bereits im Aufbau steht am Klinikum Graz ein neuer Chirurgiekomplex mit 16 OPs - Kosten: 250 Millionen Euro. Neu errichtet wird auch die Zahnklinik. In Leoben werden ebenfalls 250 Millionen Euro in eine Generalsanierung des LKHs sowie in Um- und Neubauten fließen.

Die strategische Konzentration auf Schwerpunkt-Krankenhäuser wird mittelfristig auch die Region im Ennstal betreffen. Das - erst kürzlich nach Protesten neu aufgestellte - LKH in Bad Aussee soll gemeinsam mit den Krankenhäusern Schladming und Rottenmann in einem Großspital im Raum Liezen zusammengefasst werden, allerdings mit Zeithorizont 2030. Konkrete Planungen existieren noch nicht.

Parallel zu den baulichen Investitionen sind auch im Personalbereich Veränderungen fixiert. Laut dem Kages-Vorstandsvorsitzenden Karlheinz Tscheliessnigg sollen etwa Änderungen in der Aufgabenverteilung die 4800 Ärztinnen und Ärzte weitgehend entlasten. Beispiel: "Flascherlzug". Tscheliessnigg: "Der unter Turnusärzten berüchtigte Flascherlzug - das Auswechseln der Infusionsflaschen - wird in all unseren Spitälern künftig vom Pflegepersonal durchgeführt."

Im Sinne neuer Arbeitszeitmodelle werde den 17.000 Kages-Bediensteten zudem die Möglichkeit der Altersteilzeit angeboten. Das Unternehmen arbeite grundsätzlich an einem "Attraktivierungsmodell" für den ärztlichen Bereich, um bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Mit dem Ziel, ärztliches Personal länger an den Kliniken zu halten. (mue, DER STANDARD, 4.1.2014)

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