Studierende fassen ihre Arbeiten in einem ironischen Satz zusammen

3. Jänner 2014, 16:05
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In der Kürze liegt die Würze - zumindest auf der Website "LOL My Thesis"

Aus dem Filmbereich kennt man das schon länger: Ein ausführlicher Sachverhalt wird auf einen einzigen ironischen Satz eingedampft. "Terminator" etwa wird dann mit "Ungeplante Schwangerschaft führt zu Komplikationen" zusammengefasst, "Jurassic Park" mit "Eröffnung eines Themenparks wird verschoben". Im Internet gibt es unzählige Seiten dazu.

Das müsste sich doch auch mit Uni-Arbeiten machen lassen, dachte sich Angela Frankel, eine Studentin am Harvard College in Cambridge, und rief die Website "LOL My Thesis" ins Leben. Darauf können Dissertanten und Diplomanden in ironischer Kurzform zusammenfassen, was sie bei ihren monatelangen Untersuchungen herausgefunden haben.

Ein paar Beispiele

"Zahlen existieren entweder, oder sie tun es nicht. Das kommt auf die Sichtweise an", lautet etwa die Zusammenfassung einer Arbeit aus dem Fach Philosophie. Von einem Biologie-Institut in Virginia kam der Beitrag: "Ich habe einen Haufen Zebrafisch-Embryonen getötet und sie mit Lasern beschossen, um herauszufinden, wo ein Protein steckte. Es ist überall."

Aus Kentucky bemerkte ein Geisteswissenschafter: "Ich habe 372 Seiten lang beschrieben, was Kafka mit allem meinte, was er nicht geschrieben hat." Ein Physik-Studierender schrieb: "Ich habe Zeug in Sand fallen lassen und dabei sind lustige Formen herausgekommen." Ein Jurist aus Harvard fasste seine Abschlussarbeit mit den Worten zusammen: "Es kommt darauf an." Nur ein Historiker schaffte es noch kürzer. Sein Befund: "Kolonialismus also."

--> "LOL My Thesis"

(red/APA, derStandard.at, 3. 1. 2014)

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