Archäologen gegen Besucherzentrum in Ostjerusalem

3. Jänner 2014, 18:43
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Projekt stößt sowohl aus historischen als auch als politischen Gründen auf Widerstand

Jerusalem - Mehrere israelische Archäologen und Bürgerrechtler kritisieren Regierungspläne für ein Besucherzentrum zwischen dem Jerusalemer Tempelberg und der sogenannten Davidsstadt. Der Bau zerstöre archäologische Überreste, zitierte die israelische Tageszeitung "Jerusalem Post" aus einer Petition gegen das Vorhaben.

Der sogenannte "Kedem Compound" soll nach Plänen von Israels Antikenbehörde (IAA) südlich der Altstadtmauern im Viertel Silwan entstehen. Der Jerusalemer Bau- und Planungsausschuss hatte dem Vorhaben bereits im Februar 2012 grünes Licht erteilt. Archäologen befürchten eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Altstadtbildes mit den historischen Stadtmauern - damit könne Jerusalem als Welterbestätte Schaden nehmen.

Das Projekt ist aber nicht ausschließlich aus historischen Gründen umstritten, denn Silwan ist von Palästinensern bewohnt. Der Kedem Compound trage zu einer stärkeren jüdischen Prägung des Viertels bei, heißt es in der Petition weiter. Das von der rechtsgerichteten Organisation "Elad" initiierte Projekt dokumentiere damit Besitzansprüche auf Jerusalem und seine Vergangenheit, kritisierten die Baugegner. Der Bau wäre zudem ein Präzedenzfall für weitere derartige Projekte rund um die Altstadt. Die Antikenbehörde kündigte laut der Zeitung an, in Kürze Stellung zu nehmen. (APA/red, derStandard.at, 3. 1. 2014)

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