Hisbollah verlegt Raketen aus Syrien in den Libanon

3. Jänner 2014, 15:57
83 Postings

"Wall Street Journal": Schiitenmiliz verfügt über Jakhont-Antischiffsraketen - Israel testete neues Raketenabwehrsystem

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat zum Jahreswechsel mehrere Raketen aus Syrien in den Libanon transportiert. Die Geschoße wurden zu diesem Zweck in Einzelteile zerlegt, Kämpfer der Schiitenmiliz schalteten im Grenzgebiet kurzfristig Stromversorgung und Telekommunkationsleitungen ab, berichtet das "Wall Street Journal".

Die Raketen vom Typ Scud-D können mit einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern vom Libanon aus alle israelischen Städte erreichen. Außerdem soll die Hisbollah aus Beständen der syrischen Armee mehrere moderne russische Antischiffsraketen vom Typ Jakhont erhalten haben, die es ihr ermöglichen, Schiffe zu versenken.

Israel bombardierte Syrien

Israels Luftwaffe flog im Jahr 2013 mindestens fünf Angriffe gegen syrische Militärbasen, um dort gelagertes Kriegsmaterial zu zerstören. Satellitenbilder belegen allerdings, dass diese Bombardements nur einen Teil dieser Waffen zerstörten. So wurden nach den Luftangriffen auf den bombardierten Militärbasen syrische Soldaten beobachtet, die Militärgerät zerstörten, um den Eindruck zu erwecken, die Angriffe hätten ihr Ziel erreicht. Tatsächlich wurden aber unbeschädigte Raketensysteme in Sicherheit gbracht.

Israel testet Raketenabwehr

Am Freitag testeten die israelischen Streitkräfte erfolgreich das Raketenabwehrsystem Arrow 3, das ballistische Raketen außerhalb der Erdatmosphäre zerstören kann. Das gemeinsam mit den USA entwickelte System soll die bereits funktionierende "Iron Dome"-Abwehr ergänzen, die Kurzstreckenraketen und Artilleriegeschoße abfangen kann.

Der Test des Abwehrsystems fällt zeitlich mit einem Besuch von US-Außenminister John Kerry zusammen, der am Donnerstag mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über den Konflikt mit den Palästinensern beraten hatte. Israelis und Palästinenser werfen sich gegenseitig vor, die Gespräche über ein Ende des jahrzehntelangen Konflikts boykottieren zu wollen.

Die Friedensgespräche waren im Juli nach dreijähriger Pause wieder aufgenommen worden. Maßgeblich ging das auf das Engagement Kerrys zurück, der sich bereits zum zehnten Mal in der Region aufhält. Er soll in Kürze auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammenkommen. Die USA hoffen, dass ein Friedensabkommen bis spätestens April steht. (red, derStandard.at, 3.1.2014)

Share if you care.