X-Server 1.15 führt neue Beschleunigungs- infrastruktur ein

3. Jänner 2014, 14:18
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DRI3 soll den Unix/Linux-Grafikserver flotter machen - Derzeit nur von Intel-Treibern unterstützt

Auch wenn derzeit die Linux-Welt flinken Fußes in Richtung diverser Nachfolger wie Wayland oder Mir zu streben scheint, wird X.org der Open-Source-Welt doch wohl noch einige Jahre erhalten bleiben. Immerhin gilt es bestehende Systeme zu aktualisieren, auch wird es geraume Zeit dauern, bis all die bestehende Software von ihren X-Abhängigkeiten befreit wird.

DRI3

Also wird auch an X.org eifrig weiterentwickelt, neuestes Ergebnis dieser Anstrengungen ist der X-Server 1.15. Und dieser bringt tatsächlich eine große Neuerung: Mit DRI3 ist eine neue Generation der Beschleunigungsinfrastruktur für den X-Server enthalten. Diese soll einmal mehr die Performance verbessern, indem beispielsweise mittlerweile vom Kernel angebotene Mechanismen wie DMA-Buffer-Sharing genutzt werden.

Aktualitätsstreben

Wie immer funktioniert dies natürlich nur im Zusammenspiel mit anderen aktuellen Komponenten der Linux-Grafikwelt. Konkret wird eine Vorversion von Mesa 10.1 vorausgesetzt, auch unterstützt derzeit nur der Grafiktreiber von Intel offiziell DRI3.

Umbau

Zu den weiteren Neuerungen des X-Server 1.15 gehört ein größerer Umbau am Code der GLX-Erweiterung für X.org. Mit dieser will man unnötige Doppelläufigkeiten entfernen und so die Wartbarkeit verbessern. Dies scheint auch nötig zu sein, gab es doch erst vor wenigen Tagen im Rahmen des 30. Chaos Communication Congress (30C3) scharfe Kritik an den OpenGL-Erweiterungen, die Ilja van Sprundel - der sich die diversen X-Komponenten näher angesehen hat, und dabei allerlei Sicherheitslücken aufgetan hat - mehrfach mir recht harrschen Worten bedachte.

Zukunft

Was fehlt ist hingegen die Unterstützung von XWayland, und damit jener Komponente, die notwendig ist, um X-Anwendungen und Wayland auszuführen. Diese ist nun erneut für den X-Server 1.16 vorgeschlagen, der im Juli veröffentlicht werden soll. Freilich ist damit noch nicht gesagt, dass es zu diesem Zeitpunkt dann auch wirklich klappt. (apo, derStandard.at, 03.01.14)

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    grafik: x.org
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