Handel: Konkurrenz aus dem Container

3. Jänner 2014, 14:23
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Kleine Geschäfte, Großprojekte, die Platzhirschen bedrohen, Pop-up-Stores: 2014 bringt in Wien viele neue Shoppingflächen

Wien - Auch 2014 werden in und um Wien weitere Shoppingcenter aus dem Boden gestampft. Zusätzlich werden in noblen Innenstadtlagen neue kleine Geschäfte eröffnet, die an den Umsätzen der angestammten Einzelhändler knabbern werden, sagt der Immobiliendienstleister EHL voraus. Die daraus resultierenden Verschiebungen der Konsumentenströme und Umsätze werde für einige Lagen neue Perspektiven eröffnen, einige traditionelle Einzelhandelsstandorte würden aber an Bedeutung verlieren und könnten mittelfristig unter Druck kommen, so EHL. 

Großprojekte könnten Platzhirsche bedrängen

Der größte Flächenzuwachs wird 2014 im Norden und Westen Wiens erfolgen. Das Großprojekt "City Gate" im 21. Wiener Gemeindebezirk kommt demnach mit rund 18.000 m² auf den Markt, das Auhofcenter im 14. Bezirk wird nach der Erweiterung 2012 mit nochmals 10.000 m² zu einem der größten Shopping Center Wiens. Für Herbst ist die Eröffnung des 20.000 m² großen Einkaufszentrums (Bahnhof-City) am Hauptbahnhof angesetzt, im Stadtzentrum soll pünktlich zum nächsten Weihnachtsgeschäft das "Goldene Quartier" in den Tuchlauben fertiggestellt werden. Hier entstehen insgesamt mehr als 11.500 m2 im Luxussegment, die zu Höchstpreisen an führende internationale Luxusketten vermietet werden. Platzhirsche wie das SCS oder das Donauzentrum müssen sich laut EHL-Einschätzung möglicherweise warm anziehen, denn die Vorvermietung bei den neuen Projekten laufe durch die Bank gut.

Jahr der Wahrheit für Mahü

Für die Mariahilfer Straße sei indes heuer das "Jahr der Wahrheit". Im Frühjahr stehen auf der umgestalteten Shoppingmeile einige Flächenneuverwertungen an. "Dass die gegenwärtige unklare Gestaltung der Fußgängerzone für manche Branchen Probleme bringt, ist bereits evident, ob sie die Mariahilfer Straße umgekehrt für andere Anbieter attraktiver macht, wird sich bis Jahresmitte wahrscheinlich recht eindeutig zeigen", so EHL-Experte Jörg Bitzer in der Aussendung. Er fordert eine möglichst rasche Klärung, um den Ruf der beliebtesten Einkaufsstraße des Landes nicht zu gefährden.

Auch einen neuen Trend ortet der Immobiliendienstleister: Pop-up-Stores werden in vielfältigen Formen auf den Markt drängen und langsam, aber sicher den Umsatz in den traditionellen Einzelhandelsstrukturen anknabbern. Genutzt werden dabei sowohl Flächen im traditionell hochwertigeren Bereich von Mariahilfer Straße und Bauernmarkt, aber auch Leerstandsflächen an Baustellen mit mobilen Container-Mietflächen. (red, derStandard.at, 3.1.2013)

  • Angestammte Platzhirschen wie das Donauzentrum könnten die neuen Trends und Flächen zu spüren bekommen.
    foto: apa/techt

    Angestammte Platzhirschen wie das Donauzentrum könnten die neuen Trends und Flächen zu spüren bekommen.

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