Zentralafrika: Ärzte ohne Grenzen muss Hilfe einschränken

3. Jänner 2014, 12:42
posten

Wiederholte Schusswechsel am Flughafen, zwei Kleinkinder getötet - NGO fordert Verbesserung der Sicherheit

Bangui - Nach zwei Tagen mit wiederholten Schusswechseln am Flughafen der Hauptstadt Bangui hat die medizinische Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag die medizinische Hilfe für etwa 100.000 Vertriebene stark einschränken müssen, wie am Freitag in einer Presseaussendung bekannt gegeben wurde.

Bei den Schießereien nahe der Klinik der Organisation wurden zwei kleine Kinder getötet und 40 Verletzte in die Klinik eingeliefert. Ärzte ohne Grenzen betreibt die Klinik nun mit einem kleinen Notfall-Team weiter. Die Hilfsorganisation könne nur noch Schwerverletzte behandeln und müsse Notfälle in andere Krankenhäuser überweisen. Die Sicherheit am Flughafengelände müsse verbessert werden, damit man wieder voll arbeiten könne, forderte die NGO.

Ursprünglich mehr Hilfe geplant

Vor der jüngsten Gewalt haben die Mitarbeiter am Flughafengelände täglich durchschnittlich 500 Patienten sowie 100 Verletzte behandelt und sieben Geburten begleitet. Es sei geplant gewesen, die Hilfe auszuweiten. Das Team habe sich darauf vorbereitet, zwei weitere Gesundheitsstationen zu eröffnen, Kinder gegen Masern zu impfen und Nahrungsmittelhilfe zu leisten.

Die Organisation leistet medizinische Hilfe in zwei weiteren Flüchtlingslagern und zwei Krankenhäusern in Bangui sowie in insgesamt elf Projekten im ganzen Land.

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht Chaos, seit das Rebellenbündnis Seleka im März Staatschef François Bozize stürzte. Rebellenchef Michel Djotodia wurde Übergangspräsident und löste die Seleka offiziell auf. Die Gewalt zwischen Muslimen und Christen hält aber unvermindert an. Frankreich ist derzeit mit 1.600 Soldaten in dem Land im Einsatz, um gemeinsam mit 4.000 Soldaten der afrikanischen Truppe MISCA der Gewalt ein Ende zu bereiten.

Share if you care.