Strafe für Ex-Manager von Monte Paschi verhängt

3. Jänner 2014, 10:59
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Rom - Die italienische Zentralbank hat den kompletten ehemaligen Aufsichtsrat des skandalerschütterten Geldhauses Monte dei Paschi di Siena (MPS) zur Zahlung einer Geldstrafe von insgesamt 3,4 Millionen Euro verurteilt. Der ehemalige Präsident Giuseppe Mussari und Ex-Generaldirektor Antonio Vigni wurden zu einer Strafe von über 500.000 Euro verurteilt, berichteten italienische Medien am Freitag.

Gegen die Manager waren bereits im Frühjahr Geldstrafen wegen riskanter Derivatgeschäfte verhängt worden, die von den Verantwortlichen verheimlicht worden sein sollen. Die 1472 gegründete Traditionsbank ist wegen riskanter Derivatgeschäfte und der Schuldenkrise in Schieflage. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren fast 8 Mrd. Euro Verlust geschrieben, auch 2013 werden rote Zahlen erwartet. Die Regierung stützt das Institut mit 4,1 Mrd. Euro. Für eine Genehmigung dieser Staatshilfe verlangt die EU-Kommission eine Kapitalerhöhung. Andernfalls droht eine Verstaatlichung.

Korruption vermutet

Die Justizbehörden vermuten Korruption im Fall der Übernahme des kleineren Konkurrenten Antonveneta im Jahr 2007 und prüfen zudem eine Reihe von Derivat- und anderen Handelsgeschäften, die nach Angaben von Monte Paschi zu Verlusten von 730 Millionen Euro führten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Deals dazu dienten, die Bilanzen zu schönen und die Verluste aus dem 9 Mrd. Euro schweren Zukauf zu verbergen, der als zu teuer kritisiert wurde und die älteste Bank der Welt in der Finanzkrise in die Bredouille brachte.

Notenbankbankchef Ignazio Visco und Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni treffen am heutigen Freitag den Geschäftsführer von MPS, Fabrizio Viola. Dabei soll über die Zukunft des skandalumwitterten Geldhauses diskutiert werden. Der Aufsichtsrat der Bank soll am 9. Jänner tagen. Der Präsident der Bank, Alessandro Profumo, und Geschäftsführer Viola sollen an diesem Tag mitteilen, ob sie zurücktreten oder nicht.

Eine Aufstockung des Kapitals der ältesten Bank der Welt um 3 Mrd. Euro schon im Jänner war am vergangenen Samstag auf einer Aktionärsversammlung abgelehnt worden. Der Sanierungsplan für Monte Paschi steht damit in Frage, eine Verstaatlichung ist nicht ausgeschlossen. Das Vorhaben scheiterte an der gleichnamigen Stiftung Monte Paschi in Siena, dem Stammsitz der Bank. Auch die Stiftung steckt in Schwierigkeiten. Sie hatte schon im Vorfeld eine Verschiebung des Kapitalschritts auf Mai gefordert, um mehr Zeit für den Verkauf ihres 33,5-prozentigen Anteils zu gewinnen. Mit dem Erlös will sie eigene Schulden tilgen. (APA, 3.1.2014)

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