Doku "Speed" von Florian Opitz im SRF: Was vom Jahr übrigblieb

2. Jänner 2014, 17:30
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Der Dokufilmer hatte zu wenig Zeit für die Familie und sich selbst und suchte nach Zeitfressern

Wieder ein Jahr vorbei. Die letzten Silvesternächte verschwimmen zu einer. Wo fängt ein Jahr an und was ist vom letzten übriggeblieben?

Fernsehen am Neujahrstag kann mit den Philharmonikern beginnen und mit der ZiB enden. Daniel Barenboim hat das Neujahrskonzert seit 2009 zum zweiten Mal dirigiert. Rainer Hazivar ist überhaupt zum ersten Mal ZiB -Anchor.

Beispiele für den "Rhythmus mit Abweichungen" der Natur, sind also neue weiße Haare, größere Kinder, aber auch Moderatoren, die in Pension gehen. Diese "natürlichen Rhythmen" stehen im Gegensatz zur von Maschinen wie Laptops und Smartphones "vertakteten Zeit", die alles immer gleich erscheinen lässt, sagt ein Zeitforscher in der im SRF am Neujahrstag gezeigten Doku "Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Dokufilmer Florian Opitz hatte zu wenig Zeit für die Familie und sich selbst und suchte nach Zeitfressern.

Er besuchte einen Zeitmanager, der Seminare wie Zaubershows hält, einen Journalisten, der ein halbes Jahr komplett aus der digitalen Welt ausstieg, er interviewte eine Unternehmensberaterin (im Auto auf ihrem Weg zum Flughafen), einen Ex-Banker, der zum Hüttenwirt wurde - aber erst, nachdem er genug Geld für den Ausstieg verdient hatte -, und Bhutan, wo das "Bruttonationalglück" in der Verfassung steht.

Die einen sagen: Wettbewerb und Speed sind alles, sonst wird man aus dem System geschleudert. Die anderen machen Käse in den Alpen oder gründen einen Nationalpark in Patagonien und pflanzen langsam wachsende Bäume. Entschleunigung ist spitze. Nur braucht man ein fettes Startkapital dazu. Und das schnell, denn 2015 rast auf uns zu. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 3.1.2014)

  • Florian Opitz macht sich im "Speed" auf die Suche nach der verlorenen Zeit.
    foto: camino filmverleih

    Florian Opitz macht sich im "Speed" auf die Suche nach der verlorenen Zeit.

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