Grenzenloses Schützenhobby

13. August 2003, 18:24
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Bayern und Österreich intensivieren polizeiliche Zusammenarbeit

Innsbruck - Grenzüberschreitende polizeiliche Ermittlungs- und Verfolgungshandlungen zwischen Österreich und Bayern sollen künftig alltäglich werden. Die Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) und Günther Beckstein (CSU) haben am Dienstag in Innsbruck eine "gemeinsame Erklärung zur Intensivierung der polizeilichen Zusammenarbeit" unterzeichnet.

Dank eines deutsch-österreichischen Staatsvertrages könnten nun Pilotprojekte, wie gemeinsame Polizeistreifen, in den Regelbetrieb übernommen werden, erklärte Strasser. Ereignisse wie die Fußball-WM 2006 in Deutsch-land und die EM 2008 in Österreich sollen nach der Vereinbarung ebenso bereits in der Vorbereitung gemeinsam bewältigt werden, wie etwa Großdemos à la Weltwirtschaftsforum.

Einig bei Banden-Bekämpfung

Einig sind sich die Minister auch in ihren Zielen bei der Bekämpfung krimineller Banden aus Rumänien und Bulgarien, die nicht an den hoheitlichen Grenzen enden dürfe. Für Strasser und Beckstein werden die Bemühungen dieser beiden Länder um einen EU-Beitritt entscheidend von der Lösung dieser "Hausaufgaben" geprägt sein.

Positiv bilanziert wird die Kriminalitätsrate im bayrisch/ Tiroler Grenzraum nach dem Wegfall der Grenzkontrollen. Es gebe "keine Probleme" meint Beckstein, die Zahl strafbarer Handlungen sei in der Region sogar rückläufig.

Die Schützen aus Bayern und Tirol dürfen ihrem "Hobby" künftig samt Waffen grenzüberschreitend nachgehen. Beckstein erblickt darin nicht den "leisesten Sicherheitsverlust". Gemeinsame Anstrengungen sollen bald auch den Kollegen aus Südtirol die bewaffnete Teilnahme an Schützentreffen bei den Nachbarn ermöglichen. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 13.8.2003)

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