Dokumentaristin des Bauhauses

20. August 2003, 01:00
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Zur Erinnerung an die tschechische Fotografin und Dozentin Lucia Moholy

"Lucia Moholy war die erste, die am Bauhaus die technischen Kenntnisse der Fotografie beherrschte. Ihre zahlreichen Fotos von Architektur, Einrichtungen und Produkten machen sie zur authentischen Dokumentaristin des Bauhauses vor 1928 und prägen das Bild des Bauhauses bis heute" (zitiert in bauhaus).

Geboren am 18. Jänner 1894 in Prag, wächst Lucia Schulz in einer jüdisch-sozialistischen Familie auf. Sie studiert Philosophie, Philologie und Kunstgeschichte in Prag. Als 20-Jährige geht sie nach Wiesbaden und arbeitet in einem Verlag. 1917 wechselt sie nach Leipzig, wo sie Fotografie-Unterricht nimmt.

In Berlin heiratet sie 1920 den ungarischen Künstler Laszlo Moholy-Nagy, mit dem sie bis 1928 am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig ist. Die beiden gehen gemeinsam nach Berlin und Lucia Moholy arbeitet als Bühnenfotografin und Dozentin an der Ittenschule. 1929 trennt sie sich von ihrem Mann und geht mit Theodor Neubauer, einem kommunistischen Reichstagsabgeordneten und späteren Widerstandskämpfer, eine Beziehung ein.

1933 emigriert sie zuerst nach Paris, dann nach London, wo sie die Leitung eines Mikrofilmservices übernimmt. Sie arbeitet weiterhin als Fotografin und Dozentin. Von 1940 bis 1959 erstellt sie wissenschaftliche Dokumentationen. Danach übersiedelt sie in die Schweiz.

Lucia Moholy stirbt am 17. Mai 1989 in Zürich. (dabu)

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    Lucia Moholy im Selbstporträt
    Geboren 18.01.1894 in Prag
    Gestorben 17.05.1989 in Zürich
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    Moholys Ehemann László Moholy-Nagy, fotografiert von Lucia.
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    Das berühmte Bauhaus-Bild in Dessau, fotografiert von Lucia Moholy.
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