Evangelischer Bischof rief zur Teilnahme an EU-Wahl auf

1. Jänner 2014, 18:30
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Bünker kritisiert in Neujahrsansprache Europas Flüchtlingspolitik: "Brauchen einen offenen Zugang nach Europa"

Wien - Als ein besonderes Jahr für Europa bezeichnete der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker das Jahr 2014 in seiner Neujahrsansprache. Mit der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai habe jeder die Möglichkeit, mitzugestalten, welche politische Zukunft für Europa gelten soll, so Bünker in der TV-Ansprache im ORF-Fernsehen am Mittwoch. Er rief deshalb zur Teilnahme an der Wahl auf.

Erster Weltkrieg

"Gerade auch jene, die Europa skeptisch und kritisch gegenüberstehen", sollten sich an dem Urnengang beteiligen. Aber auch das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren würden das kommende Jahr prägen, sagte der Bischof. "Krieg und Frieden, Gewalt und Menschenrechte, Diktatur und Demokratie liegen dicht beieinander, fast so, als ob es dem Kontinent in die Wiege gelegt worden wäre", sagte Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist.

"Es stimmt schon, Europa ist der Kontinent, der aus Blut, Tränen und Schmerzen geboren wurde", so der Bischof bei der Ansprache, die vor dem Bild der Europa im Kunsthistorischen Museum Wien aufgenommen wurde. Heute könnte Europa auf sechzig Jahre Frieden zurückblicken, mit Ausnahme der Balkankriege vor zwanzig Jahren. Die Europäische Union habe deshalb aus Sicht Bünkers auch zu Recht den Friedensnobelpreis vor zwei Jahren gewonnen.

"Europa schottet sich ab"

Kritisch äußerte sich der Bischof zur Flüchtlingspolitik. "Europa schottet sich ab. Wer zu uns kommen will, muss sich Schleppern anvertrauen und riskiert nicht selten sein eigenes Leben. Es braucht wieder einen offenen und legalen Zugang nach Europa." Dazu gehöre die globale Verantwortung für Gerechtigkeit.

Als besorgniserregend bezeichnete Bünker die Bank- und Finanzkrise sowie die hohe Arbeitslosenquote besonders unter jungen Menschen. "Die persönliche Sorge um die Zukunft führt dazu, dass immer mehr Menschen ihr Heil in einem Rückzug in die nationale Wagenburg sehen." (APA, 1.1.2014)

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