Gericom: Ergebnis bricht ein

17. August 2003, 20:52
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Verschärfter Kampf um Marktanteile und schwache Konjunktur drückten auf Preise

Wien - Der Linzer Computerhersteller Gericom hat im Halbjahr ein 11,6-prozentiges Umsatzplus auf 235,5 Mio. Euro und einen deutlichen Einbruch beim Betriebsergebnis (EBIT) von 9,9 auf 4,2 Mio. Euro verbucht, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit. Im Gesamtjahr erwartet die Computerfirma einen Umsatz auf Vorjahresniveau (rund 540 Mio. Euro) und ein im Vergleich zum Vorjahr rückläufiges EBIT. Damit bekräftigte Gericom heute die Gewinnwarnung vom 11. August.

Im ersten Halbjahr habe Gericom den Notebookabsatz in Europa um 49 Prozent auf 192.000 gesteigert und damit eine Rekordmarke erreicht, hieß es. Den Grund für das im Vergleich schwache Umsatzwachstum sieht das Unternehmen im verschärften Kampf um Marktanteile und der schwachen Konjunktur, was den Preisrückgang auf dem Notebookmarkt beschleunigt und das Ergebnis belastet habe.

Vertriebspartner versagen

Der Umsatz wäre weit höher ausgefallen, wenn die Vertriebspartner ihre vertraglichen Abnahmeverpflichtungen einhalten hätten können, meinte Gericom-Vorstandsvorsitzender Helmut Oberlehner. Wegen der schlechten Konjunktur im Kernmarkt Deutschland seien im zweiten Quartal die Lager der Partnerunternehmen voll gewesen, daraufhin habe man gemeinsam in den Markt investiert und niedrigere Endkundenpreise in Kauf genommen. Gericom habe zwar auf die Durchsetzung von Ansprüchen verzichtet, aber längerfristig verbindliche Abnahmezusagen erreicht. Durch diesen einmaligen Sondereffekt sei das EBIT im zweiten Quartal stark belastet worden und mit minus 0,7 Mio. Euro erstmals negativ ausgefallen, nach plus 5,6 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Der operative Cash Flow verbesserte sich im Halbjahr um 26 Mio. auf 13,8 Mio. Euro per Ende Juni. Die liquiden Mittel erhöhten sich von 33,1 auf 51,4 Mio. Euro. Der Auftragsstand lag Ende Juni bei 31,7 Mio. Euro nach 46,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang zum Vorjahr sei lediglich stichtagsbezogen, aktuell liege man bereits deutlich darüber, so Oberlehner.

Notebooks waren mit einem Anteil von 92 Prozent weiterhin Hauptumsatzträger von Gericom. Das Unternehmen bereite sich auf den zu erwartenden Boom im Bereich Home Entertainment mit neuen Produkten wie Plasma-TV, LCD-TV und Video- und Datenprojektoren vor.(APA)

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