Muster-Comeback mit Sieg in Graz

14. August 2003, 14:44
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Nach mehrjähriger Abstinenz hatte die ehemalige Nummer 1 der Tenniswelt gegen Henri Leconte auf der Seniors-Tour keine Probleme

Graz-Seiersberg - Das Comeback von Thomas Muster nach 1.539 Tagen ohne Turnier-Tennis kann als geglückt bezeichnet werden. Der 35-jährige Steirer bezwang am Dienstag in Graz-Seiersberg in seinem ersten ernsten Match seit 24. Mai 1999 im Rahmen der Seniors-Tour of Champions den 40-jährigen Henri Leconte nach 67 Minuten mit 6:3,6:4. Muster präsentierte sich sehr fit, ob seine Qualitäten allerdings tatsächlich für eine Rückkehr auf die ATP-Tour ausreichen, scheint vorerst aber fraglich. Sein nächstes Match bei der CA-Challenge bestreitet Muster am Donnerstag (17:00 Uhr) gegen Andres Gomez aus Ekuador.

Nervöser Muster

"Ich glaube, dass ich besser spielen kann. Mein erstes Ziel habe ich zumindest erreicht, jetzt will ich noch ein Match gewinnen", meinte ein sichtlich erleichterter Muster kämpferisch. Der Steirer war keineswegs unbeschwert nach einer über vierjährigen Pause auf den Platz gegangen. "Ich war am Anfang nervöser als ich gedacht habe. Es war eine unglaublich tolle Atmosphäre und ein toller Empfang." Der Center Court in der Shopping-City Seiersberg war nahezu bis zum letzten Platz gefüllt, rund 5.000 Fans erwarteten die Rückkehr des früheren Weltranglisten-Ersten. Um 16:03 Uhr marschierte Muster ein, ein Trompeter untermalte den Einzug mit einer Fanfare und das Publikum begrüßte den 44-fachen Turniersieger mit Standing Ovations.

Schwer auszurechnender Leconte

"Das war der Lohn für sechs Monate Training", meinte Muster nachher. Der Steirer übernahm gegen den Franzosen auch gleich von Beginn an das Kommando, wurde nur von dessen unrhythmischem Spiel durcheinander gebracht. "Er spielt eine Mischung aus Spaß und Schuss und ist sehr schwer auszurechnen", meinte Muster über die frühere Nummer fünf der Welt.

Tour-Comeback fraglich

Natürlich stellt sich die Frage nach dem Danach: Wo sieht sich Muster? Ist er wirklich reif für ein Tour-Comeback? "Dazu musst Du in der Lage sein, zwei bis drei Wochen hintereinander perfektes Tennis zu spielen. Außerdem würde es auch einer Vorlaufzeit benötigen. Ich kann ja nicht im September sagen, ich kehre auf die Tour zurück und im Oktober schon wieder auf der Tour spielen. Ich will mich ja nicht lächerlich machen", erklärt der French-Open-Sieger 1995. Sollte er tatsächlich weiter machen, dann würde er sich wohl vorher in einigen Exhibitions mit starken Gegnern aus der Tour messen. "Du kannst ja nicht von 0 auf 5.000 schalten. Ich werde ja auch nicht mit einem Prototypen ein Rennen fahren."

Eine seriöse Sache

Die Seniors-Champions-Tour sieht Muster durchaus als ernsthafte Sache. "Ich sehe das auch als seriös und die Tour wird sich in nächster Zeit auch verjüngen. Auch im Golf gibt es eine seriöse Seniors-Tour, die anerkannt ist. Ich glaube, dass sich auch diese Tour vom Exhibition-Charakter weg entwickelt." Für Graz traut sich Muster nun durchaus auch mehr zu. "Die Gruppe zu gewinnen, ist nicht unrealistisch", meinte er über seine kommenden Gegner Andres Gomez (Donnerstag) und Mats Wilander (Freitag).(APA)

  • Thomas Muster ist wieder zurück.

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