Parkinson-Medikament, das die Spielsucht weckt

18. August 2003, 11:34
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Ärzte warnen vor negativen Nebeneffekten

London/Durham - Ein seltener Nebeneffekt bei einem Medikament gegen Parkinson kann, so befürchten Mediziner, zur Spielsucht führen, berichtet BBC-Online am Dienstag. Nach Angaben von amerikanischen Ärzten ist der Botenstoff Dopamin dafür verantwortlich. In höheren Dosen kann dieser Stoff, der in Parkinson-Medikamenten enthalten ist, zu zerstörerischem Verhalten führen.

Nie Spieler gewesen

Die Studie über die Wirkstoffe der neuen Parkinson-Medikamente wurde an über 1.800 Patienten von Wissenschaftlern des Medical Center an der Duke University in Durham/North Carolina durchgeführt. Insgesamt haben von den Untersuchten nur neun Patienten eine echte Spielsucht entwickelt. Allerdings waren zwei darunter, die beim Spielen mehr als 60.000 Dollar verloren hatten. Nach Angaben der Forscher waren alle Spieler aus Arizona, einem Land, das in der Zwischenzeit massiv auf Casinos setzt. Nach Angaben der Familienangehörigen der Patienten waren alle neun Patienten nie in ihrem Leben Spieler gewesen. Sieben der Patienten hatten die Spielsucht entwickelt, kurz nachdem die Dopamindosis erhöht wurde.

Dopamin führt zur Entwicklung destruktiven Verhaltens

Die Mediziner der Duke University konnten auch feststellen, dass Dopamin in höheren Dosen zur Entwicklung von destruktivem Verhalten führt. Wenn die Dosis wieder gesenkt wurde, war das Spielerproblem wieder beseitigt, erklärten die Forscher. In anderen Untersuchungen konnten die Wissenschaftler auch feststellen, dass erhöhte Dopaminzufuhr zu einer Veränderung des sexuellen Verhaltens führen kann. Die Mediziner berichteten von einer verstärkten Libido und einer veränderten sexuellen Orientierung. Der Botenstoff Dopamin wird bei Parkinson-Patienten in zu geringen Dosen vom Körper produziert. Der Stoff sorgt für einen kontrollierten Bewegungsablauf. (pte)

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