Großputztag im Kernkraftwerk

18. August 2003, 11:19
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Verfahren und Idee für Reinigung und Entledigung radioaktiven Abfalls vorgestellt

Moskau/London - Russische Forscher glauben, radioaktiven Abfall mit einer neuen, auf Kohlendioxid basierenden Methode von Uran und Plutonium säubern zu können. Und für den strahlenden Restmüll, der über bleibt, haben britische Wissenschafter eine Idee für ein mögliches Verfahren zu seiner Beseitigung.

Moskauer Chemikern ist es laut Bild der Wissenschaft gelungen, Uran und Plutonium vollständig aus radioaktiven Abfällen zu entfernen: Sie gaben den Müll aus Uran, Plutonium sowie radioaktiven und nichtradioaktiven Spaltprodukten in eine Reaktionskammer, in die sie unter Druck überkritisches Kohlendioxid einleiteten - "überkritisch" wird der Zustand eines Stoffes zwischen flüssiger und gasförmiger Phase bezeichnet. Besondere Eigenschaft in diesem Zustand ist ein extrem hohes Lösungsvermögen. Überkritisches Kohlendioxid wird beispielsweise zum entkoffeinieren von Kaffee verwendet.

Die Russen setzten dem Kohlendioxid einen weiteren Stoff zu, der mit Uran eine Verbindung eingeht. Dieser Urankomplex löste sich im Kohlendioxid, die anderen Stoffe nicht. Dann entfernten die Forscher das Kohlendioxid und leiteten es durch Wasser. Das Uran blieb als Salz drin hängen, reines Kohlendioxidgas entwich. Mit einem zweiten Zusatzstoff ließ sich Plutonium auf die gleiche Art entfernen. Sowohl das gewonnene Uran als auch das Plutonium lassen sich erneut für Kernreaktionen verwenden.

Britische Forscher indes stellten im Wissenschaftsjournal Nature ihre Idee vor, mit der sich die Menschheit des hochradioaktiven Mülls entledigen könnte - der strahlende Abfall schaufelt sich dabei sein Grab quasi selbst.

Granit ist so ziemlich das erosionsresistenteste Gestein auf Erden, damit ideal als Endlager für Jahrmillionen. Der Forscher Vorstellung: Stopfe man hochradioaktiven Abfall in ein fünf Kilometer tiefes Bohrloch in Granit, erweichten die hohen Temperaturen der strahlenden Produkte den Berg, der Müllbehälter werde eingeschmolzen. Bei Abkühlung erstarre der Fels, die Strahlung bleibe im Berg. (fei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15. 8. 2003)

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