Begehren von Frauen zur Bewegung

12. August 2003, 14:21
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Europäische Frauensynode endet mit Resolution zu Veränderung in Politik und Ökonomie

Wien - Ihre Entschlossenheit, politische und ökonomische Verhältnisse und die Realität von Frauen in unterschiedlichen religiösen Organisationen zu verändern, bekräftigten über 700 Frauen am Ende der Zweiten Europäischen Frauensynode, die von 5. bis 10. August in Barcelona statt fand.

In einer Resolution unterstrichen die Teilnehmerinnen das "Begehren von Frauen, sich selbst und die Welt zu bewegen" und ihren Willen an der Durchsetzung von Alternativen zu herrschenden Machtstrukturen und neuen politischen Parametern zu arbeiten. Der Einzug von Profitorientierung in alle Lebensbereiche wird zurückgewiesen sowie jegliche strukturelle Gewalt und Diskriminierung, sei sie rechtlicher, politischer, sozialer, religiöser oder sexueller Art, verurteilt.

Abbau und Ermutigung

Die anwesenden Frauen verpflichteten sich, ihre Arbeit an der Beseitigung rassistischer und homophober Strukturen in Gesellschaft und religiösen Institutionen fortzusetzen. Sie unterstrichen die Bedeutung von Frauen in Leitungsfunktionen in allen Lebensbereichen und ermutigten einander, die eigenen Erfahrungen als Frauen ernst zu nehmen und einander in ihrer politischen und religiösen Autorität zu stärken.

"Symbolische Gewalt der Unsichtbarkeit"

Im Abschlussreferat der Synode bekräftigte die spanische feministische Theologin Mercedes Navarro die Wichtigkeit, die "symbolische Gewalt der Unsichtbarkeit von Frauen weiter zu bekämpfen" und forderte die Synodenteilnehmerinnen auf, den eigenen Ideen, sowie feministisch-theologischen Konzepten zu vertrauen und diese als Werkzeuge für ein verwandeltes interreligiöses und interkulturelles Europa einzusetzen.

Die Jüdische Theologin und Rabbinerin Evelyne Goodman-Thau ermutigte die Teilnehmerinnen weiterhin ihre Stimme zu erheben. Gerade die Frauenbewegung müsse neben sozialen und politischen Fragen verstärkt religiöse Themen in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen und den interreligiösen Dialog unter Frauen vorantreiben, schließlich seien "Frauen unterschiedlicher religiöser Traditionen auf der Suche nach Antworten auf ähnliche Fragen".

Hoffnung und gemeinsame Anliegen

Auch muslimische Frauen aus Deutschland, die als Workshopleiterinnen an der Synode teilnahmen, unterstrichen auf einer Pressekonferenz die gemeinsamen Anliegen und Ziele von Frauen unterschiedlicher Religionen. Rabeyna Mueller, vom Zentrum für islamische Frauenforschung und Frauenförderung in Köln äußerte darüber hinaus die Hoffnung auf eine nächste Frauensynode, die sowohl im Hinblick auf Referentinnen als auch auf Teilnehmerinnen interreligiös organisiert werde.

Die dritte Europäische Frauensynode ist für 2008 geplant, die erste fand 1996 unter dem Motto "Frauen verändern Europa" in Gmunden statt. (red)

Link
European Women's Synod
(mit Volltext der Resolution)
  • Artikelbild
    bild: frauensynode/moser
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