Austria fordert Olympique Marseille

13. August 2003, 22:20
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Die Erwartung ist da, nun gilt es mit ihr im heutigen Qualifikations-Hinspiel Schritt zu halten - Hoffnung: Marseille unterschätzt die Aufgabe

Wien - Pasching ist schuld. Oder vielmehr der FC Superfund. Schuld, wenn Olympique Marseille die Austria heute (20.30 Uhr, Happel-Stadion und ORF1), da das Hinspiel zur Champions-League-Qualifikation ansteht, doch nicht unterschätzt. Der Erfolg der Oberösterreicher über Werder Bremen, sagt Marseilles Trainer Alain Perrin, sei ihm "nicht verborgen" geblieben.

Perrin hat sich aber nicht nur mit Pasching, sondern auch mit der Austria beschäftigt, sogar deren 3:0 über Mattersburg beobachtet. Nun nennt er die Austria eine "solide Mannschaft, die druck- und kraftvoll, mit Herz, Engagement und Enthusiasmus spielt". Außerdem sei die Abwehr stabil, das Mittelfeld spielerisch stark. Aufgefallen sind dem Franzosen die Herren Janocko, Vastic und Wagner. "Natürlich", sagt er, "ist die Austria gefährlich. Die Chancen stehen pari." Vorteile der Wiener sieht er im physischen, Vorteile Marseilles im technischen Bereich, insgesamt komme der Europacup für Olympique zu früh. "Uns fehlt noch die Harmonie, wir haben viele Neue."

Einer der Neuen ist Didier Drogba, ein Stürmer von der Elfenbeinküste, er hat zuletzt bei Guingamp gespielt, war mit 17 Toren in 34 Spielen drittbester Schütze der Liga und wurde von Marseille gleich für fünf Jahre verpflichtet. Drogba kennt nicht wirklich viele Austrianer, eigentlich kennt er nur zwei, den Niederländer Frank Verlaat und klarerweise den Franzosen Jocelyn Blanchard, der freilich nicht zum Einsatz kommen dürfte, weil ihm noch Spielpraxis fehlt.

Eher großspurig

"Wir dürfen in Wien nicht glauben, dass ohnehin schon alles klar ist für uns", warnt Drogba davor, die Austria zu unterschätzen, womit er gleichzeitig zugibt, dass Marseille zu genau dieser Unterschätzung neigen könnte. Darauf deutet auch seine nächste, nicht wirklich kleinspurige Aussage hin: "Wenn es möglich ist, wollen wir natürlich mit einem Sieg heimfahren. Minimalziel ist ein Auswärtstor. Der Einzug in die Champions League würde uns finanziell sehr gut tun."

Austria-Trainer Joachim Löw hat sich gestern noch das eine oder andere Marseille-Video reingezogen, die Aufstellung gibt er erst heute bekannt. Was Löw gestern schon bekannt gab, war folgender Plan: "Wir müssen organisiert sein, selbstbewusst auftreten und mit dosiertem Risiko angreifen." Thomas Flögel bringt es auf den Punkt: "Unsere Fans und wir haben lange auf diesen Augenblick warten müssen, wir sind hungrig auf die Champions League." Die Austria erwartet zwischen 25.000 und 30.000 Zuseher, die Zuseher ihrerseits erwarten hoffentlich einiges. (fri, DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.8.2003)

  • Austria Wien - Olympique Marseille (Wiener Happel-Stadion, 20.30 Uhr/live ORF 1/Schiedsrichter Luis Medina-Cantalejo/ESP)

    Austria: Mandl - Dospel, Afolabi, Verlaat, Ratajczyk - Vastic, Flögel, M. Wagner, Janocko - Rushfeld, Gilewicz/Helstad.

    Ersatz: Didulica - Scharner, Akoto, Troyansky, Dheedene, Rudi, Kitzbichler, Dundee; Blanchard Es fehlt: Panis (Rückenprobleme)

    Marseille: Runje - Beye, Meite/Hemdani, van Buyten, Laurenti - Sytschew, Celestini, Fernandao, Vachousek - Mido, Drogba.

    Ersatz: Gavanon/Carasso - Christanval, Dos Santos, Perez, Olembe, Johansen, Bakayoko, N'Diaye Fraglich: Christanval, Perez (beide verletzt) Es fehlt: Swierczewski (Transferliste)

    Rückspiel: 27. August im Stade Velodrome von Marseille (Beginn 20.50 Uhr)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Die Kreativlinge Ivica Vastic und Michael Wagner werden versuchen die Austria-Knipser um Thorstein Helstad (li) mit Brauchbarem zu füttern

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