Teil des größten Parks in Wien-Neubau wird verkauft

18. August 2003, 10:32
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BIG veräußert Weghuber-Park und Studentenheim - Kritik vom Grünen Bezirksvorsteher - Stadt überlegt Erwerb

Ein Teil des Weghuber-Parks in Wien-Neubau wird verkauft. Die Bundesimmobilien (BIG) veräußert ihren Drittel-Anteil an der größten Grünfläche des Bezirks sowie das angrenzende Studentenheim. Kritik kommt nun vom Grünen Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger. Er befürchtet eine Sperre der Anlage für die Öffentlichkeit, wie er am Dienstag in einer Pressekonferenz erklärte. Laut BIG besteht diese Gefahr jedoch nicht. Dem wiederum widerspricht jedoch das zuständige Ressort im Rathaus.

Wichtigste "Grün-Oase" des Bezirks

Der betroffene Park-Teil an der Lerchenfelderstraße ist 3.943 Quadratmeter groß. Für Blimlinger gehört er zur wichtigsten "Grün-Oase" des Bezirks. Der Weghuber-Park werde als öffentlicher Park genutzt und verfüge über Baum- und Buschbepflanzungen, Blumenbeete, Sitzbänke und einen Springbrunnen, verwies der Bezirksvorsteher auf die Vorzüge des Areals. Dieses solle zudem im kommenden Jahr um 800.000 Euro neu gestaltet werden.

Die BIG verkauft die Liegenschaft samt Studentenheim und Parkanlage. Die Immobilien werden aber auch getrennt abgegeben. Der Kaufpreis für den Park-Teil beträgt 631.000 Euro. Die Anbotsfrist endete vergangenen Freitag. Eine Entscheidung über den zukünftigen Eigentümer gibt es laut BIG-Sprecher Roman Rusy noch nicht.

Widmung

Die zukünftige Nutzung des Parks werde sich aber nicht verändern, versicherte Rusy. Denn das Areal sei als öffentlich zugängliche Erholungsfläche gewidmet: "Und wenn der Gemeinderat keine andere Widmung beschließt, was sicher nicht geschehen wird, bleibt das dort ewig ein Park." Auch das Studentenheim bleibe als solches noch längere Zeit bestehen, da die Kündigungsfrist des derzeitigen Betreibers 27 Jahre betrage.

Die Grünen zeigen sich jedoch skeptisch. Sie versichern, dass die Widmung des Parks als öffentlich zugängliche Fläche 2008 abläuft. Laut Blimlinger bestehe dann sehr wohl die Möglichkeit für den neuen Eigentümer, die Fläche einzuzäunen.

"Dann kann man auch einen Zaun herum machen"

Dies wird auch von einem Sprecher von Wohnbaustadtrat Werner Faymann (S) bestätigt. Die Widmung laute konkret auf "Öffentliches Zentrum". Wenn ein solches Zentrum - etwa ein Kindergarten oder ähnliche Einrichtungen - nicht gebaut werde, verfalle die Widmung 2008. "Dann kann man auch einen Zaun herum machen", hieß es im Rathaus.

Doch es stehe eine Lösung im Raum: "Auch die Stadt Wien hat ihr Interesse bekundet." Laut Faymann-Büro besitzt die Stadt schon jetzt den Großteil - also rund zwei Drittel - der Grünfläche. Derzeit werde aber über den Erwerbs des Rest-Anteils noch verhandelt. (APA)

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