Kein Griss um "Grease"

17. August 2003, 23:40
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Musical auf der Seebühne bringt hohe Verluste

Klagenfurt - Das Musical "Grease" scheint das Kärntner Publikum nicht im erhofften Ausmaß anzuziehen. Der Veranstalter rechnet mit einem Minus von 350.000 Euro, will die Seebühne in der Klagenfurter Ostbucht des Wörther Sees aber trotzdem auch 2004 bespielen.

Statt 60.000 Besuchern werden es nur 35.000 werden, erklärte Dieter Semmelmann, Chef des Konzertveranstalters Semmel Concerts. Einen Grund sieht Semmelmann darin, dass man erst sehr spät mit der Werbung beginnen habe können, daher seien die Großkunden ausgeblieben. Kritik übte Semmelmann in der Dienstag-Ausgabe der "Kleinen Zeitung" auch am Land Kärnten: "Im letzten Jahr wurden mehr als 8.000 Karten angekauft, unter anderem für eine Wirtschaftsgala. Hätten wir das heuer auch gehabt, hätte sich der Verlust in Grenzen gehalten."

Englische Originalfassung verschreckt

Viel Kritik musste Semmel Concerts auch dafür einstecken, dass man das Musical in der englischen Originalfassung auf die Klagenfurter Seebühne gebracht habe. Semmelmann gab zu, dass dies ein Fehler gewesen sei, meinte aber: "Uns wurde in zahlreichen Gesprächen gesagt, dass es am Wörther See sehr viel internationales Publikum geben würde und man daher unbedingt die Originalversion spielen müsse." Seit das Stück Ende Juli auf Deutsch aufgeführt werde, komme es besser an.

Neue Versuche

Trotzdem will der Veranstalter Kärnten treu bleiben. Für 2004 sei eine Neuproduktion von "Hair" geplant, so Semmelmann. Irritiert sei er allerdings ob der Tatsache, dass es seit Wochen Gerüchte gebe, ein anderer werde den Zuschlag für das nächste Jahr erhalten. Um die Angelegenheit zu klären, habe er um einen Termin bei Landeshauptmann Jörg Haider (F) ersucht, aber bis dato keine Antwort erhalten. Konkret sprach Semmelmann davon, dass der Regisseur des 2002 aufgeführten Musicals "Falco meets Amadeus", Elmar Ottenthal, sich gute Chancen ausrechne, wieder auf die Seebühne zurückzukehren, und zwar mit dem Musical "Carmen". "Ihm wurden bis zu 700.000 Euro Subventionen jährlich in Aussicht gestellt", so Semmelmann.

"Falco meets Amadeus" war von Siegmund Kahlbacher produziert worden. Eine Abschlussbilanz über die Spielsaison 2002 liegt bis dato nicht vor, allerdings halten sich hartnäckige Gerüchte, dass es bis heute unbezahlte Rechnungen gebe. Für Dieter Semmelmann sollte jedenfalls noch im August eine Entscheidung darüber fallen, ob er nächstes Jahr wieder in Klagenfurt spielt. (APA)

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