UTA kündigt Entbündelung von Privatkunden an

20. August 2003, 08:33
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Ab September kommen neue Festnetz-Internet- Kombiangebote - Einstelliges Umsatzplus für 2003 erwartet

Die UTA Telekom AG hat im ersten Halbjahr 2003 auf Grund des anhaltenden Preisdrucks im Festnetz ein leichtes Umsatzminus von 123,2 (bereinigt um nicht fortgeführte Netway-Services) auf 122,8 Mio. Euro eingefahren. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei "signifikant besser" als im Vorjahreszeitraum gewesen, sagte UTA-Vorstand Johannes Schwertner am Dienstag zur APA. Im Gesamtjahr 2003 erwarte man ein niedriges einstelliges Umsatzplus, ein weiterhin negatives Betriebsergebnis (EBIT), aber ein positives EBITDA, zumal im zweiten Halbjahr ein "dynamischerer Geschäftsverlauf" zu erwarten sei, so Schwertner.

Privatkunden-Entbündelung

Im September werde die UTA beginnen, auch Privatkunden österreichweit zu entbündeln und mit einem neuen Kombinationsprodukt für Festnetztelefonie und Internet für Vielnutzer auf den Markt kommen, kündigte Schwertner an. Die UTA hat bisher 4.300 klein- und mittelständische Unternehmen entbündelt, bis Jahresende sollen es 7.000 werden. An einen Verkauf des Privatkundengeschäfts sei entgegen entsprechenden Marktgerüchten nicht gedacht: "Das Privatkundengeschäft ist ein Deckungsbeitragsbringer und soll ab September weiter gestärkt werden", so Schwertner.

"Längere Verhandlungsphase"

In den nächsten Wochen erwartet Schwertner eine Entscheidung bei den laufenden Schlussverhandlungen über die Auslagerung eines Teils des IT-Bereichs mit weniger als 10 Mitarbeitern. Bei der evaluierten Auslagerung des Call Centers werde es noch eine "längere Verhandlungsphase" geben, da man das Call Center auch zu einem Vertriebskanal machen wolle und dieser Service bisher von keinem der Verhandlungspartner angeboten werde, so Schwertner. Im Call Center-Bereich beschäftigt die UTA rund 60 Mitarbeiter.

Derzeit zeichne sich kein weiterer Mitarbeiterabbau ab, betonte Schwertner. Der angekündigte Abbau von 32 Mitarbeitern sei bereits umgesetzt worden, derzeit beschäftige die UTA knapp 600 Mitarbeiter.

Kein Preisverfall mehr

Im Telefongeschäft erwartet Schwertner keinen Preisverfall mehr, beim internationalen Carrier-Geschäft sei hingegen keine Erholung in Sicht. Im Breitbandbereich werde es zu weiteren indirekten Preissenkungen kommen, da immer höhere Breitband-Volumina in den Internet-Packages angeboten würden.

Entgegen mehrmaliger Ankündigungen, heuer in Österreich eine Übernahme tätigen zu wollen, erwartet Schwertner 2003 nun bestenfalls eine kleinere Akquisition, aber "sicher nichts Großes". Es gebe derzeit "keine konkreten Themen". Marktgerüchten zufolge sind im März Übernahmeverhandlungen zwischen UTA und der Telefonfirma eTel geplatzt.

Bis Ende Juni stieg die Zahl der UTA-Kunden im Telefonbereich von 440.000 auf 520.000 Kunden, im Internetbereich von 320.000 auf 330.000 Kunden. Die Zahl der Verkehrsminuten stieg im ersten Halbjahr um 9 Prozent auf 1.700 Millionen Minuten.(APA)

  • Johannes Schwertner - Vorstand UTA Telekom AG

    Johannes Schwertner - Vorstand UTA Telekom AG

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