Waldbrandgefahr in Österreich

14. August 2003, 17:40
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Wegen Trockenheit Glutnester in Salzburg wieder entzündet - Laubbäume erleiden Hitzeschlag

Wien - Wegen der Trockenheit entzündeten sich in Salzburg nach den Gewittern vom Wochenende die Glutnester nach Blitzschlägen erneut: Am Schafberg im Gemeindegebiet von St. Gilgen (Flachgau) hat ein Glimmbrand eine 100 Quadratmeter große Fläche des "Plankenmoos" in Brand gesetzt. Wegen der Dürre und des aufkommenden Windes konnte sich das Feuer ausbreiten, teilte die Gendarmerie von St. Gilgen mit. Verletzt wurde niemand, der Brand konnte gegen Mittag gelöscht werden.

Bereits gestern, Dienstag, hatte ein Berufsjäger in Hintermuhr im Lungau nach einem Gewitter einen Flächenbrand auf 1.750 Meter Seehöhe im Bereich des "Salzkopfes" entdeckt, der von einem verbrannten Baumstamm ausgegangen war. Die Freiwillige Feuerwehr konnte mit Hilfe eines Hubschraubers die Glutnester löschen.

Extreme Waldbrandgefahr

Die große Hitze der vergangenen Wochen setzt den Wäldern stark zu. Besonders in Niederösterreich, dem Burgenland und der Südsteiermark herrscht extreme Waldbrandgefahr, warnt der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs. Unter der starken Trockenheit leiden vor allem die Laubbäume.

Bäume sind extrem ausgetrocknet

In manchen Gebieten Ostösterreichs ist bis Ende Juli nur die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge gefallen. Die Waldböden und Bäume sind daher extrem ausgetrocknet.

Böche und Löschteiche versiegt

"Die Bäche sind vielfach versiegt, und die von den Forstbetrieben angelegten Löschteiche sowie Biotope vertrocknen", sagt Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe. "Um die Waldbrandgefahr möglichst gering zu halten, sollten Waldbesucher daher auf Zigaretten verzichten, kein Feuer machen und nicht in Waldnähe grillen." Gefährlich seien auch Flaschen, Gläser und Dosen. Durch die gebogene Form des Glases würden die Sonnenstrahlen und ihre Wärme gebündelt, das Metall der Dosen heizt sich rasch auf. Auf dem trockenen Waldboden kann die starke Hitze schnell zu einem Feuer führen.

Brandgefahr Auto: Unterseite des Wagens könnte Brand entzünden

Eine weitere Brandgefahr stellen laut Schenker Autos dar: Der Auspuff sowie der auf der Unterseite des Wagens angebrachte Katalysator werden sehr heiß. Autos sollten daher nicht auf Wiesen oder mit Laub bedeckten Waldböden abgestellt werden.

Zum Schutz von Menschen und Umwelt sieht das Forstgesetz bei der Gefahr von Bränden die Möglichkeit einer Waldsperre vor. Der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe bittet die Bezirkshauptmannschaften, davon in den besonders betroffenen Gebieten Gebrauch zu machen.

Stress für Laubbäume

"Durch die hohen Temperaturen und den Wassermangel geraten vor allem Laubbäume unter Stress", so Schenker. "Bereits jetzt verfärben sich die Blätter der Buchen, viele Bäume verlieren schon Laub." Betroffen sind vor allem ältere Bäume mit tiefen Wurzeln. Unter normalen Bedingungen saugen sie das Wasser und die Nährstoffe wie ein Schwamm aus dem dem Boden und pumpen sie nach oben. Durch die geringe Feuchtigkeit fehlt ihnen dazu aber der notwendige Druck. Ihre Höhe verschärft dieses Problem. Schwierigkeiten bereiten ihnen auch die großen Kronen, die der Sonne voll ausgesetzt sind. In der Folge sterben Äste und Blätter ab. Jüngere Bäume könnten das wenige Wasser der seltenen Gewitterregen besser nutzen, weil es auf Grund des extrem trockenen Bodens nur in oberflächliche Schichten dringt.

Bäume erleiden "Schlaganfall" Auch für die Eiche ist die Lage dem Experten zufolge dramatisch: Im Burgenland und Weinviertel erleiden viele dieser Bäume durch die Hitze einen "Schlaganfall" und sterben von einem Tag auf den anderen ab. Die Eichen seien schon vorgeschwächt, weil in den betroffenen Regionen seit zwei Jahren zu wenig Niederschlag gefallen ist. Stark betroffen ist auch die grundsätzlich hitzebeständige Kiefer. Durch die Trockenheit geschwächt, werde diese Baumart vielfach Opfer des schädlichen Kiefernprachtkäfers. (APA)

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