Kontrolle im Wiener Kaisermühlentunnel ist "scharf"

19. August 2003, 13:44
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Vollautomatische Geschwindigkeits- überwachung mit geringer Toleranz

Kein Pardon für Raser gibt es ab sofort im Wiener Kaisermühlentunnel auf der Donauuferautobahn (A22). Die Section Control, eine Überwachung der Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer genormten Wegstrecke, wird heute, Dienstag, Vormittag scharf gemacht. Rund um die Uhr werden Temposünder erfasst, wenige Minuten später treffen die Beweisfotos bereits bei der Polizei ein, erklärte der stellvertretende Leiter der Verkehrsabteilung, Obstlt. Sepp Binder.

Nur ein Jahr war für die Planung der Anlage Zeit, so Projektleiter Otto Ludwig vom Amt der Wiener Landesregierung. Die Art, wie die Daten verwaltet und weitergeleitet werden, sei aber weltweit einzigartig.

Bei der Ein- und Ausfahrt wird jedes Fahrzeug fotografiert und das Kennzeichen vollautomatisch gelesen. Datum und exakte Uhrzeit werden ebenfalls erfasst. Passende "Paare" werden direkt im Rechner beim Tunnel zusammengeführt. Wurde die vorgegebene Fahrzeit unterschritten, landen die Daten innerhalb von fünf Minuten der der Polizei zur Nachkontrolle. Die Unterlagen von "braven" Lenkern werden innerhalb von fünf Minuten gelöscht. Nach zwei bis drei Wochen flattert die Anonymverfügung ins Haus.

Auch Geisterfahrer werden erfasst

Die Anlage erfasst aber auch Geisterfahrer, die Benützung von gesperrten Spuren und die Größe des Fahrzeuges. Damit können auch Lkw erwischt werden, die das niedrigere Limit für Schwerfahrzeuge überschreiten.

Für Harald Dirnbacher vom Betreiber Asfinag steht die "Hebung der Verkehrssicherheit in diesem sensiblen Tunnelbereich" im Vordergrund. Im Gegensatz zu herkömmlichen Radaranlagen nützt es bei der Section Control nichts, nur kurz zu bremsen und dann wieder Gas zu geben. "Wir wollen die Autofahrer beeinflussen, die Geschwindigkeit einzuhalten".

Rund 100.000 Fahrzeuge passieren laut Binder täglich den Tunnel, darunter etwa 400 bis 500 Tankfahrzeuge aus der Lobau. Deshalb sei gerade das Einhalten der Tempolimits im Tunnel wichtig, um schwere Unfälle zu verhindern. Nur rund drei km/h Toleranz werden zugestanden, darüber wird es teuer.

Im vergangenen Jahr wurden auf der A22 knapp über 8.000 Lenker wegen der Überschreitung des Tempolimits angezeigt, sagte Binder. Sollte die Disziplin im Tunnel aber weiter so gut bleiben wie in den vergangenen Tagen, werde die Section Control nicht besonders viele Anzeigen liefern. Allerdings sind weiterhin auch Zivilstreifen unterwegs. "Tiefflieger" müssen bei Überschreitungen bis zu 50 km/h mit Strafen zwischen 21 und 140 Euro rechnen. Wer noch schneller fährt, muss mit dem Verlust des Führerscheines rechnen. (APA)

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