Indonesien: 15 Jahre Haft für Bashir gefordert

14. August 2003, 11:09
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Islamisten-Chef soll für Serie von Bombenanschlägen verantwortlich sein

Jakarta - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Führer der radikal-islamischen Organisation Jemaah Islamiyah, Abu Bakar Bashir, hat die indonesische Staatsanwaltschaft am Dienstag 15 Jahre Haft gefordert. Der 64-jährige Geistliche, der seit April in Jakarta vor Gericht steht, ist angeklagt, eine Serie von Bombenanschlägen auf christliche Kirchen in Indonesien im Jahr 2000 geplant und angeordnet zu haben, bei denen 19 Menschen getötet wurden.

Außerdem wird ihm eine Verschwörung zur Ermordung von Präsidentin Megawati Sukarnoputri vorgeworfen. Bashir habe zwischen 1993 und 2001 versucht, mit seiner Organisation Jemaah Islamiyah die Regierung zu stürzen, begründete die Anklage ihre Forderung. Der mutmaßliche Extremisten-Chef hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, die Organisation gebe es gar nicht.

El-Kaida-Kontakte

Der Jemaah Islamiyah werden Kontakte zum Terrornetzwerk El Kaida nachgesagt. Die Organisation soll für die Bombenanschläge auf der Insel Bali verantwortlich sein, bei denen im Oktober 202 Menschen getötet wurden. Außerdem wird die Gruppe hinter dem Anschlag auf das Marriott-Hotel in Jakarta vermutet, bei dem vergangene Woche elf Menschen ums Leben kamen. Bashir wurde eine Woche nach den Anschlägen von Bali verhaftet.

Wegen der Bali-Anschläge stand Bashir nicht vor Gericht. Die Hauptverdächtigen im Bali-Verfahren hatten erklärt, Schüler Bashirs zu sein. Am Donnerstag war einer von ihnen, Amrozi bin Nurhasyim, zum Tode verurteilt worden. Im Prozess gegen Bashir wird am 21. August das Plädoyer der Verteidigung erwartet. Mit einem Urteil ist im September zu rechnen. (APA/AP/Reuters)

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    Abu Bakar Bashir

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