Gratis-Ausarbeitungsaktionen beleben Papierfotografie

28. August 2003, 10:26
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Zwar wird dank digitaler Kameras mehr fotografiert als je zuvor, aber die Zahl der Papierbilder geht zurück - Gratisaktionen der Händler beleben jetzt den Markt

Mit Gratisaktionen und Werbekampagnen soll der bis dato noch sehr geringe Ausarbeitungsanteil bei Digitalfotos gehoben werden. "Mit Aktionen wie diesen entwickeln wir einen neuen Markt", erklärt Gerhard Sandler, Chef der größten heimischen Elektronikkette Media/Saturn, stellvertretend für die ganze Branche.

Angebot verlängert

Der Boom bei Digitalkameras - alleine im Jahr 2002 stieg der Verkauf um 72 Prozent, insgesamt werden bereits mehr Digitalkameras als herkömmliche Fotoapparate verkauft - hat unterschiedlichste Angebote hervorgebracht. Praktisch alle Fotoausarbeiter haben derzeit solche Gratisaktionen laufen, wobei der enorme Ansturm bei der Drogeriemarktkette dm dazu geführt hat, dass es Wartezeiten bis zu vier Wochen gibt. Media Markt/Saturn, die ihre Gratisaktion eigentlich auf Juli beschränken wollten, haben daraufhin ihr Angebot verlängert und streichen hervor, dass es nur wenige Tage dauert, bis man die Fotos in Händen hält.

Mit diversen Aktionen, bei denen man Digitalfotos auf Fotopapier bannen kann, werben derzeit eine ganze Reihe von Handelsketten:

  • Media/Saturn, dm, Cosmos, Pro- und Makro-Märkte bieten - zumeist bis 31. August - Gratisausarbeitung von Bildern in den Formaten 9 x 13, in manchen Fällen auch auf die nächste Größe, 10 x 15 Zentimeter, an, wobei zumeist hundert Digitalfotos entwickelt werden dürfen. Dazu wurden Selbstbedienungsterminals, an denen das Speichermedium entladen und der Auftrag zur Entwicklung gegeben werden kann, in den meisten Filialen aufgestellt.

  • Auch Fotohändler, die über keine Selbstbedienungsstationen in den Filialen verfügen, umwerben die Digitalfotografen. Bei Hartlauer beispielsweise bekommt man bei jeder gekauften Digitalkamera einen 50-Euro-Gutschein für eine Papierausarbeitung dazu, was etwa 150 Fotos ergibt.

  • Telekomunternehmen wie Telekom Austria (TA) und T-Mobile haben im Laufe dieses Jahres Onlinefotoservices ins Web gestellt. Neben typischen Onlineservices wie dem Erstellen persönlicher digitaler Fotoalben oder "Foto-Sharing"-Bereichen, bei denen Freunde und Bekannte die archivierten Fotos online ansehen können, haben deshalb auch TA und T-Mobile Papierfotoservices im Angebot - allerdings ohne Gratisangebote. Dafür kann man die Bilder, die für eine Printausarbeitung bestimmt sind, für einen gewissen Zeitraum (meist: rund drei Monate) auf den Webseiten in einem Speicher ablegen.

    Etwas teurer

    Grundsätzlich, so hat das Verbrauchermagazin Konsument erhoben, kommen Digitalbilder in der Ausarbeitung etwas teurer als Fotos vom Film. Ein Konsument-Test ergab, dass die Kosten für zwölf Bilder zwischen 3,99 und 7,08 Euro liegen - bei Selbstabholung. Außerdem werden oft Auftrags- oder Transfergebühren verrechnet, die in der Werbung gerne verschwiegen werden.

    Wie berichtet stoßen die Gratisaktionen auch auf Gegnerschaft. Der Hauptkonkurrent von Marktführer Kodak bei Bildausarbeitung, die Salzburger Firma Color Drack (CD), brachte eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs ein. (ruz, DER STANDARD Printausgabe, 12. August 2003)

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