"Die Menschen trauen sich wieder"

18. August 2003, 16:58
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Luftfahrtverbände zeigen sich angesichts der jüngsten Zahlen optimistisch: Die Zeichen stehen auf Aufschwung

Berlin - Im Luftverkehr geht es nach einer monatelangen Flaute wieder langsam bergauf: Sprecher des europäischen Luftfahrtverbandes AEA und des internationalen Verbandes IATA erklärten, es gebe eine Trendwende. Auch die deutschen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätze zogen für das erste halbe Jahr eine positive Bilanz.

"Im Juni und Juli haben sich die Verkehrszahlen stabilisiert", sagte Dario Spila vom europäischen Luftfahrtverband Association of European Airlines (AEA) dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe). Laut AEA verbesserte sich der Umsatz pro Passagier und geflogenem Kilometer am letzten Juli-Wochenende um 1,7 Prozent, bei Flügen in den USA sogar um 6,7 Prozent. Ähnliche Ergebnisse habe es bereits in den Vorwochen gegeben. "Wir sind auf dem Weg zur Erholung in der Branche", sagte Spila. Ähnlich äußerte sich William Gaillard, Sprecher der IATA, in dem Blatt. "Die Menschen trauen sich wieder, Geld für das Fliegen auszugeben", sagte er.

Regionale gesteigert

Trotz Konjunkturflaute steigerte auch die Mehrzahl der 41 regionalen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätze in Deutschland im ersten Halbjahr das Passagieraufkommen deutlich. Wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) am Montag in Stuttgart mitteilte, wuchs mit insgesamt 2,9 Millionen Fluggästen das Aufkommen gegenüber dem ersten Halbjahr 2002 um 27 Prozent. Der positive Trend sei in erster Linie auf die zunehmende Präsenz der Billigflieger zurückzuführen. Bei einigen Flughäfen ohne Billigflugsegment sei das Verkehrsaufkommen zurückgegangen.

"Das insgesamt positive Ergebnis der Regionalflughäfen beweist, dass sie nicht nur eine wichtige Funktion für ihre Region erfüllen, sondern auch bei einer sich erholenden Nachfrage die Kapazitäten der internationalen Verkehrsflughäfen sinnvoll ergänzen können", erklärte ADV-Geschäftsführer Bernd Nierobisch. Mit dem Einsatz größerer Flugzeuge und als Folge einer besseren Auslastung ging die Zahl der Starts und Landungen um 1,1 Prozent auf 479.046 Flugbewegungen zurück.

Mehr Luftfracht

Das Luftfrachtaufkommen der Regionalflughäfen stieg insgesamt von 9.000 auf über 73.000 Tonnen. Allerdings wurden allein 71.463 Tonnen auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn umgeschlagen, der damit nach den Flughäfen Frankfurt, Köln/Bonn und München Rang vier im Frachtaufkommen belegt. Das Luftpostaufkommen ging auf Grund einer Restrukturierung des Nachtpostnetzes um 7,6 Prozent auf 2.117 Tonnen zurück. (APA/AP)

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