karls.platz: trotz Platzen kein Scheitern

14. August 2003, 14:56
2 Postings

Clarissa Stadler sieht Konzept des Kulturtalk nicht gescheitert: "Mops ade", aber "so schnell wie möglich" Nachfolgesendung

Wien - Moderatorin Clarissa Stadler sieht das Sendungs-Format von "karls.platz" als "nicht gescheitert" an, obwohl der "urbane" ORF-Kulturtalk nach sinkenden Quoten nicht aus der Sommerpause zurückkehren wird. Nach einem "kurzen Schock" über die in der vergangenen Woche beschlossene Einstellung sei das Team der Sendung nicht verbittert, sondern "hoch motiviert", so schnell wie möglich eine Nachfolgesendung präsentieren zu können. Es gehe darum, um den Raum für die "jungen Kulturthemen" im ORF-Programm zu kämpfen, damit diese "nicht verloren gehen", wie Stadler gegenüber der APA meinte.

ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik habe sich "dankenswerter Weise zu den jungen Kulturinhalten im ORF-Programm bekannt". Diese müssen als Teil des ORF-Programms bewahrt werden, so Stadler. Der Bedarf an den unkonventionellen Kulturinhalten, die die Sendung präsentiert hat, sei vorhanden. Man habe interessante Menschen gesehen, die den Mut haben, Kultur zu machen, "und nicht die typische Kulturprominenz", meinte Stadler. Die Zuseher "haben die Sendung gemocht, wenn auch vielleicht nicht genügend viele", so Stadler.

Hätte "mhr Zeit" für Etablierung gebraucht

"Ich persönlich glaube, dass man so etwas mehr Zeit geben muss, bis es sich etabliert hat", meinte Stadler, die jedoch verstehe, dass der ORF "zwischen Sparkurs und Quote schnelle Erfolge braucht". Dass die Sendung sich durchsetzen hätte können, wenn sie länger gelaufen wäre, "möchte ich schon glauben. Das Konzept hat funktioniert".

"Wir haben uns getraut, etwas Neues zu machen": Auf der Habenseite ihrer "karls.platz"-Bilanz verbucht Stadler die "wahnsinnig spannende Erfahrung", dass man im ORF "so verrückte Ideen wie die mit dem Mops (der die Sendung in Sprechblasen kommentiert hat, Anm.) umsetzen kann". "Intern hat alles geklappt", binnen Wochen sei die Sendung vom kreativen Reißbrett-Entwurf zur Ausstrahlung gelangt. Mit dem Nachfolgerkonzept will man sich "mehr Zeit lassen, bis alles stimmt". Im neuen Format werde der Mops jedenfalls nicht mehr dabei sein. "Das ist schade", meinte Stadler. "Mops ade". (APA)

  • Artikelbild
    foto: orf/schafler
Share if you care.