Neue Vorwürfe gegen Wiener Polizei

13. August 2003, 09:37
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Asthmatiker soll im Mai bei Verkehrskontrolle misshandelt worden sein - mit Notoperation gerettet

Wien - Neuerlich Misshandlungsvorwürfe gegen die Wiener Polizei: Ein Wiener hat sich bei der ORF "Wien heute"-Redaktion gemeldet und angegeben, im Mai im Zuge einer Verkehrskontrolle durch Beamte schwer misshandelt worden zu sein. Erst durch eine Notoperation sei der Mann gerettet worden, berichtete "Wien heute" am Montag. Der Wiener Polizeipräsident Peter Stiedl kündigte demzufolge an, dass der Fall genau untersucht werde und restlos aufgeklärt werden solle.

Der Fall soll sich in der Nacht des 18. Mai in der Wiener Innenstadt ereignet haben. Der Mann und seine Lebensgefährtin, die das Auto lenkte, wurden laut "Wien heute" von einer Funkstreife aufgehalten, die eine Alkoholkontrolle durchführen wollten. Die Exekutive habe angegeben, dass der Begleiter der Lenkerin alkoholisiert gewesen sei und die Beamten attackiert habe, berichtete die ORF-Redaktion weiters.

Beamten-Ton missfallen

"Wien heute" zufolge gab der Wiener an, es hätte ihm der Ton der Polizisten gegenüber seiner Lebensgefährtin nicht gefallen. Das habe er den Beamten gesagt. Einer der Polizisten habe ihm daraufhin Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Er sei zu Boden gestoßen worden, wo ihn mindestens vier Beamte mit ihren Füßen festhielten. Der Betroffene sei Asthmatiker, deshalb habe er gebeten, ihn aufstehen zu lassen, weil er keine Luft mehr bekomme, berichtete die ORF-Redaktion weiter. Erst als Passanten die Amtshandlung kritisiert hätten, hätten ihn die Polizisten wieder hochgezogen.

Der Mann wurde laut "Wien heute" auf die Wachstube am Deutschmeisterplatz mitgenommen und später von der Rettung ins Spital gebracht, nachdem seine Lebensgefährtin auf sein Asthmaleiden hingewiesen hatte. Dort hätten die Ärzte festgestellt, dass Blut in die Lunge gelangt sei. In einer Notoperation wurde er gerettet, so "Wien heute". Ein Sprecher der Polizei erklärte am Abend, dass der Fall bereits gerichtsanhängig sei und von der Staatsanwaltschaft untersucht würde. (APA)

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