Italien: Waldbrände durch "Ökomafia"?

13. August 2003, 14:53
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Es kursiert der Verdacht, dass Wälder angesteckt würden, um später an der Wiederaufforstung zu verdienen

Neapel - Viele Waldbrände in Italien sind nach Vermutungen von Experten das Werk einer "Ökomafia". Häufig gehe es darum, durch die Feuer neues Bauland zu erhalten. Es gebe aber auch den Verdacht, dass Wälder angesteckt würden, um später an der Wiederaufforstung zu verdienen. Die Turiner Zeitung "La Stampa" berichtete am Montag aus Neapel, die Staatsanwaltschaft habe dazu eigens einen Ermittlungsstab eingerichtet. Unterdessen loderten die Flammen in Süditalien weiter.

Vor allem die Amalfi-Küste bei Neapel war bedroht. Löschhubschrauber waren im Einsatz, um ein Feuer über den Hügeln von Positano zu löschen.

Brandstifter festgenommen

In Italien wurden offiziellen Angaben zufolge dieses Jahr über 6.000 zumeist kleinere Feuer registriert. Zwar gebe es ein Gesetz, dass nach einem Waldbrand auf dem Gelände 15 Jahre lang nicht gebaut werden darf, aber das würden die Kommunen häufig unterlaufen. Allein in den vergangenen Tagen wurden mehrfach Brandstifter festgenommen. Einigen sei Geld gezahlt worden. Den Behörden geht es jetzt vor allem darum zu klären, wer solche Brandstiftungen in Auftrag gibt. (APA/dpa)

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