Stadtgartenamt will Entschädigung

26. August 2003, 11:41
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Betreiber sollen 11.878 Euro für beschädigte Bäume zahlen

Wien - Nach dem Brandanschlag auf das Afrikadorf im Wiener Stadtpark verlangt das Stadtgartenamt von den Betreibern nun eine Entschädigung für sechs verbrannte Bäume. Exakt 11.878 Euro sollen dafür bis Ende August bezahlt werden, berichtet die Stadtzeitung "Falter" in ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe. Für den Grünen Gemeinderat David Ellensohn ist das "purer Zynismus", er fordert die Rücknahme der Rechnung. "Geht nicht", heißt es dazu bei der zuständigen Stadträtin Isabella Kossina (SP).

Eine Woche, nachdem im Afrikadorf der 33-jährige Mauretanier Cheibani W. nach einem Einsatz von Rettung und Polizei starb, brannte am 22. Juli die für ihn errichtete Gedenkstätte ab. Ursache war Brandstiftung, wie Ermittlungen des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), der früheren Staatspolizei, ergaben. Trotzdem verlangt das Stadtgartenamt nun vom Gründer des Dorfes, Ahmed Elgoni, Schadenersatz, wie eine Sprecherin Kossinas der APA bestätigte.

Sensible Materie

Eine Rücknahme der Forderung sei nicht möglich, auch wenn man wisse, dass es sich um eine "sensible Materie" handle, so die Sprecherin. Das Stadtgartenamt habe gar nicht anders handeln können. Man hoffe aber, dass der Schaden durch eine Versicherung gedeckt sei und sich wie ein "normaler Versicherungsfall" abwickeln lasse. Dorf-Gründer Elgoni habe mit dem Stadtgartenamt noch keinen Kontakt aufgenommen. Sobald er sich melde, könne man über eine "amikale Lösung" reden.

Solange kein Schuldiger gefunden ist, habe man sich mit der Forderung jedenfalls an der Betreiber wenden müssen. "Wenn im Prater Bäume abbrennen, wenn jemand grillt, muss man sich ja auch darum kümmern, wer dafür haftet", so die Sprecherin der Stadträtin. (APA)

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